Apr 24 2008
Tag 3 – Rundkurs Merzouga … oder was sind Huzele
An diesem Tag heute, sollte ein Rundkurs um Merzouga gefahren werden. Der ganze Tag war eine Wertungsprüfung. Ein Dünenfeld am Anfang … und eines am Schluß. Abends in der Fahrerbesprechung hatte Rainer schon gesagt, daß wir wenn wir die erste Dünenetappe nicht innerhalb von zwei Stunden schaffen wir drunherum fahren sollten … direkt zum CP 1.
Gute Aussichten … also los … es waren sehr viele Koordinatenpunkte anzufahren … bald war es dann auch wieder vorbei … ich hab den Guido gemacht.
Das muß ich jetzt dazwischen mal erklären. Irgendwann kam abends Stefan mal zu mir und sagte mir … ich hab den Guido gemacht. Ich total verdutzt … was gemacht. Also Stefan hatte die Aktion oben auf der Düne festhängen und schaufeln den Guido machen getauft. Das wird auch so wie Huzele (dazu kommen wir später noch) in das offizielle Wörterbuch der Tuareg – Rallye aufgenommen.
Zurück zum Geschehen … wir saßen also fest. Kurz geschaufelt und dann kam Stefan vorbei und hat mich schnell mal wieder runtergezogen … ein kurzes Danke und weg war er. Nagut aber wie blöd muß man sein … ich setzte zurück … so richtig schön mit Schmackes … rums … und da war es wieder das ungute Gefühl
Bin ich nicht rückwärts volle Pulle auf einen Riesenkamelgrasbüschel draufgefahren. Das hatte ich wieder toll hingekriegt… wir hingen bombenfest. Wieder Glück im Unglück, Rene und Maiko kamen vorbei und zogen uns wieder runter.
Jetzt aber … ich dachte mir wir hängen uns mal an die beiden dran … und hinterher. Mach ich nicht schon wieder einen Anfängerfehler … einmal zu dicht aufgefahren … Rene hält an … ich auch … nur ich hatte die ungünstige Position und wieder eingewühlt. Schaufeln raus und wieder freigeschippt.
Ach ja bei den diversen Buddelaktionen wollte ich auch jedesmal die Geheimwaffe einsetzen … von vielen gepriesen … Hebesack unters Auto, Auspuff dran, anheben, Sandbleche unter die Räder, ablassen und weiterfahren … hört sich super an … geht razz fazz. Aber es geht nicht. Der Dicke ist einfach zu schwer. Da hat sich eher der ganze Sand weggedrückt als daß sich der Dicke angehoben hat.
Wir haben den Dicken dann wieder manuell ausgegraben. Eine versteckte kontrolle hatten wir auf dem Weg schon gefunden. Wir entschlossen uns dann aus dem Dünenfeld rauszufahren um wenigstens den Rest noch mitfahren zu können … und dann war das Glück mal auf unserer Seite. Von einer Düne aus sahen wir die zweite verdeckte Kontrolle … also sind wir da auch noch geschwind hingefahren um uns den Stempel zu holen … dann nix wie raus aus den Dünen. Am Ende trafen wir wieder den Kühlschrank … beim Reifen aufpumpen. Mit einer kleinen Luftspende von unserer Seite ging es dann etwas schneller. Es folgte eine schöne Strecke, über Berge und eine lange Strecke in einem Qued. Dann kam auch schon der CP 1 in Sicht.
Vom CP 1 ging es dann wieder über ein Stück Piste in die Dünen des Egg Chebi. Und wieder festgefahren.
Jetzt kommt die Geschichte mit den Huzele. Weit und breit keine Menschenseele. Wir standen und als wenn sie direkt aus dem Sand gekrochen wären … eine ganze Horde Huzele-Kinder um uns herum… Also Huzele sind die marokkanischen Einwohner, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Also wir an die Schaufeln und die Sandbleche vom Dach. Eine halbe Stunde haben wir wie die blöden geschippt … nix zu machen … der Dicke hing fest. Langsam wurde mir das zuviel … die Huzele, die Hitze und der Sori, den wir scheinbar nie herausbekommen sollten. Ich forderte Bergung an, dann meldete sich Uwe über Funk, ich bestellte die Bergung wieder ab. Dann ging Uwe keine 200 m von uns entfernt der Sprit aus… und 200 m können in den Dünen verdammt viel sein. Mittlerweile hatten sich zu den Huzele – Kindern auch drei große Huzele gesellt. Die machten uns das Angebot, daß unser Auto in 2 Minuten frei wäre. Ja bin ich denn bekloppt. Ich schippe hier schon eine halbe Stunde ohne Erfolg … und die wollen das in 2 Minuten … Dann meine Frage: Was kost?
500 Dirham … in etwa 50 Eur … Da hab ich demonstrativ weitergeschaufelt … 50 Eur für 2 Minuten niemals!
Zähe Verhandlungen … Ergebnis 150 Dirham … ok. Dann verschwanden die Huzele unterm Dicken und der Sand flog in hohen Bögen. Nach kaum 2 Minuten, noch die Sandbleche getauscht dann sollte ich losfahren.
Ich bin wirklich bekloppt … wie wenn niemals was gewesen wäre.
Da die Zeit für CP 2 zwischenzeitlich eh überschritten war sind wir wieder zurück zur Piste gefahren und dann zum CP Finish.
Dann zurück ins Fahrerlager … das sollte der Abend werden, an dem der Dicke repariert werden mußte. Ralf hat die Sache mit den lockeren Dämpfern festgestellt. Die oberen Gummis waren total kaputt. Irgendwann kamen wir dann auf die Idee die Gummiteile von meinem Ersatzfahrwerk (OME) zu verwenden.
Danach war das Fahrwerk wieder wie neu.
Man sollte es nicht glauben, aber nach diesem Tag war der Unterfahrschutz so demoliert wie auf dem Bild. Kaum vorstellbar, was die paar Dünen alles anrichten können … vor allem wenn darunter Felsen sind
Da die nächsten zwei Tage nur Dünen auf dem Programm standen (Königsetappe und Dunerace) wollte ich noch die Reifen wechseln … MT Asphalttrennscheiben runter und die 265er AT’s drauf. Ja das nächste Bild war ja auch schon im Blog … eine Radmutter wollte nicht runter … ich hab sie dann doch runterbekommen, allerdings war der Bolzen noch in der Mutter. Ich dachte was mit 5 Schrauben hält, hält mit 4 Schrauben auch. Hat sich bewahrheitet.
So das war der Tag drei mit den Huzele.Als nächstes kommt dann die unspektakuläre Königsetappe
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