Archiv Dezember, 2008

Dez 27 2008

So dies und das …

Autor: Guido Kategorie: Events

Ein kleiner Nachtrag muß noch zur Tunesien – Tour sein.

Es ist wohl immer so, daß in Afrika die Uhren etwas langsamer gehen … ein Moment auch ein paar Stunden sein kann.
Doch mittlerweile weiß ich, daß es in einer ganz anderen Region manchmal noch viel langsamer von statten geht :-)

Sitzen doch Uwe und Stefan am Dienstag nach ihrer Rückkehr beim Frühstück in Bittenfeld, als plötzlich Uwe’s Handy klingelt. Eine unbekannte Telefonnummer aus München im Display.

Es war der Mann vom ADAC, der den Ersatzteilversand der Lichtmaschine nach Douz regeln sollte. Etwas früh fand Uwe, da ja das Büro des Kollegen der den Hilferuf von Uwe entgegen nahm nur 10 m neben dem seinen war.

Siehe da in Deutschland kann eine Nachricht für 10 m fast eine Woche in Anspruch nehmen … das geht sogar in Afrika schneller !!!
Ach ja und außerdem muß ich außer den Bremsen auch noch meine Rückstitze in den Sorento einbauen, da meine beiden Kinder mit zum Snowhillclimbing fahren.

Jipee zwei mehr die auf jeden Fall mich anfeuern ;-)

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Dez 23 2008

Leider schon zuende …

Autor: Guido Kategorie: Events

Samstag 20.12.08 Auf nach Djerba … der Flieger wartet nicht.

Uwe und Stefan machten sich mehr oder weniger direkt auf die Reise in Richtung Tunis.
Sie wollten dort für unsere letzte Nacht wieder ein richtiges „Top End“ – Hotel in Monastir suchen.
Für mich war der „kleine Schlenker“ über Djerba angesagt, denn Dany musste ja zum Flughafen.
Bei der frühen Fahrt durch die Berge, es geht ja da fast bis auf 600 Meter hoch, war die Landschaft in ein herrliches Licht gehüllt. Das ist so unbeschreiblich schön, dass man es nicht beschreiben kann, und auch die Fotos das nicht annähernd einfangen können.

Durch die defekten Bremsen war ich im Gebirge recht langsam unterwegs und wir konnten dieses Lichter- und Schattenspiel sehr ausgiebig geniesen.
Um nach Djerba zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten. Im Nordwesten gibt es eine kleine Fähre, die wir bei der Anreise benutzten. Da mir dies sehr riskant erschien, denn man hat die Wartezeit nicht so richtig in der Hand, sind wir bei der Hinfahrt über die zwar etwas weitere aber dafür kalkulierbare Brücke/Damm – Strecke im Südosten der Insel gefahren.
Um 11 Uhr waren wir am Flughafen, und konnten noch ein nettes Gespräch mit ein paar Globetrottern führen, die ihre Beifahrer abholen wollten und auf dem Weg nach Lybien waren.
Ich hab mich dann recht schnell verabschiedet, denn ich hatte ja noch eine gewaltige Strecke bis nach Monastir vor mir.
Ich habe die Strecke mit der Fähre benutzt. Da ich Glück hatte und als letztes Auto auf die nächste Fähre kam, kam ich auch schon um 12 Uhr auf dem Festland an.
Wenn ich so alleine beim Fahren bin und Uwe nicht in Funkreichweite ist, dann höre ich schon mal Musik. Da mein Musikgeschmack Querbeet geht habe ich festgestellt, dass sich die unterschiedlichen Musikrichtungen für die unterschiedlichen Streckenführungen eignen. So habe ich bei einer Landschaftlich reizvollen Gegend gemütlich meine „Topstars“ – Mucke gehört und konnte dabei die schöne Landschaft aber so richtig geniesen.
Im nächsten Musikordner schwenkt die Richtung dann mehr so in Richtung Trans und House um … die wiederum war genial um über die Landstraße zu heizen und einen Überholvorgang nach dem nächsten einzuleiten ;-)
Aber das nur am Rande …

Die Nebenstrecke nach Garbes, die ja bei unserer Anreise noch eine geile Piste war, war mittlerweile geteert … schade.
Auf der Hauptstraße von Garbes nach Sfax war wieder afrikanischer Verkehr angesagt. Das Überholen hier ist, wie ja bereits erwähnt, schon gewöhnungsbedürftig … aber macht Riesenspaß. Es wird überholt, egal ob durchgezogene Linie, ob Überholverbot oder ob der Gegenverkehr schon viel zu nah dran ist.
Aber nicht in Deutschland nachmachen … das funktioniert hier nur aus zwei Gründen. Erstens sind die Straßen oft kilometerlang kerzengerade, und Zweitens gibt es auf jeder Seite der Straße eine Schotterspur auf die der Gegenverkehr aufgeregt Lichthupe-gebend ausweichen kann wenn es zu eng wird.

Einmal haben wir sogar zu zweit nebeneinander überholt. Ich setz zum überholen an, eine ganze Kolonne LKW’s. Als ich neben dem ersten Fahrzeug war, ein Transporter, denkt der sich „ach ich will auch überholen“ … und zieht raus. Mir blieb dann nur die Flucht auf den Schotterstreifen und wir haben die LKW’s zu Zweit nebeneinander überholt (zumindest den ersten, danach hatte ich den Lieferwagen).
Und die Geschwindigkeitsbeschänkungen sind ähnlich … sie werden meist nur durch die Leistung des Fahrzeugs vorgegeben.
Es passiert hier aber recht wenig auf den Straßen. Ich denke weil jeder einfach mit allem rechnet.
Na ja eines unterscheidet mich beim fahren wohl doch noch von den Einheimischen … bei einem Überholvorgang, so mit durchgezogener Linie und Überholverbot, stand rechts keine 100 Meter danach eine Kontrolle. Die wollten zwar nichts von mir, aber mein Herz rutscht in so einem Fall immer noch bis in den Fußzeh runter ;-)

Um 17:30 bin ich dann im Hotel Habib angekommen. War ja kein Problem, denn ich hab die Koordinaten von Uwe und Stefan durchgegeben bekommen. Allerdings hatte ich ein paar Umwege in kauf genommen, weil ich mich fälschlicherweise an die Einbahnstraßenregelung gehalten habe.
Das Hotel war ein für uns angemessenes „Top End“ – Hotel, zu 40 EUR pro Einzelzimmer, natürlich inclusive Halbpension.

Beim Duschen gab es dann wieder den berühmten „AfterDune“-Effekt. Mit dem Sand der in der Dusche zurückblieb hätte man einen ganzen Kindersandkasten füllen können.

Abends gab es ein lecker Buffet, weil in dem Hotel auch gerade ein Kongress der tunesischen IEEE-Gremium abgehalten wurde.

Sonntag 21.12. Was bitteschön ist denn Warten?

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserem  „Top End“ – Hotel machten wir uns zu einem kleinen Ausflug in die Stadt auf.
Zum einen wollte Stefan einen Dolch kaufen (welchen er aber nicht fand) und zum Anderen war meine Infektion im Ellenbogen jetzt mittlerweile zu einem richtig dicken Tennisball angeschwollen, so dass ich dringend Antibiotika brauchte … das gibt es hier in jeder Apotheke ohne Rezept für umgerechnet 8 EUR.

Kurz vor 11 Uhr machten wir uns dann auf den Weg nach Tunis zur Fähre.

Auf der Autobahn wurde doch tatsächlich mit der Laserpistole geblitzt, da wir aber gemütlich mit 100 unterwegs waren war uns das jetzt egal.
Geplante Abfahrt sollte um 18 Uhr sein und 4 Stunden vorher sollte man am Hafen sein.
Pünktlich um 13:30 Uhr liefen wir im Hafen ein. Da waren wieder eine menge Habibis, die uns in die Spuren eingewiesen haben und uns mit neuen Fichen versorgt haben … und für diesen Service natürlich entsprechende Entlohnung wollten.

Hier sei einmal festgehalten (vor allem deshalb, dass ich es vor meinem nächsten Tunesien Trip noch mal nachlesen kann … ich bin halt schon über vierzig und leicht vergesslich)

  1. die Spur sucht man sich am besten nach deren Füllgrad aus. Eventuell zuerst zu Fuß erkunden. Alle Spuren müssen später mal durch das kleine Tor zum Hafengelände.
  2. Die Fiche die man hier angedreht bekommt, sind absolut unnötig für die Ausreise. Sie werden definitiv nicht gebraucht und von den Freunden hier nur zwecks ihrer eigenen Umsatzsteigerung verteilt.
  3. Sollte man rechtzeitig im Büro der Fährgesellschaften (rechts von den Wartespuren, Eingang an der Stirnseite) seine Buchungsbestätigung in ein Ticket umtauschen.

Die ankommenden Fähren waren voll von Offroadern. Die Ruhe in der Wüste die wir erlebten wird es wohl jetzt bald vorbei sein. Eine Gruppe von italienischen Offroadern parkte an der Ausfahrspur auf unserer Höhe um auf Kollegen aus ihrer Gruppe zu warten. Beim umherschlendern blieben sie vor dem Sori stehen und erkundigten sich was für ein Fahrzeug das sein. Als ich es ihnen sagte, waren sie erstaunt und stellten Fragen, wollten alles erklärt und gezeigt bekommen. Auch Fotos wollten sie machen.
In einer Parallelspur stand noch ein Ferrari, über den wir auch ausführlich redeten und der nach Auskunft der Italiener (Ferrarispezialisten) höhergelegt war.
Es ist doch fast genauso einen Ferrari höherzulegen, wie einen Geländewagen tieferzulegen.
In jedem Fall sind es diese Gespräche, die die Wartezeit verkürzen :-)

Irgendwann, nach 5 Stunden auf den Wartespuren kam ein wenig Hektik auf. Die meisten Autos waren wohl für die Fähre nach Marseille. Dazwischen hier und da ein Auto für die beiden Fähren nach Genua (Splendit und Cartage). Anscheinend sollten aber jetzt plötzlich die Fahrzeuge nach Genua schnell schnell (ha ha) auf die Fähren.
Hektisches Rangieren nach Anweisung von irgendwelchen nicht hafenangstellten Habibies. Quer über die Spuren. Plötzlich war Uwe weg.
Er konnte wenden und stand 4 spuren weiter drüben auf einer „etwas“ leereren Spur.
Dann winkt mich Einer umzudrehen. Er setzt sich zu mir ins Auto. Führt mich wieder aus dem Hafen raus, in irgendeine Seitenstraße rein. Scheucht Einheimische von der Fahrbahn, dirigiert mich zwischen chaotisch geparkten Autos durch. Doch plötzlich nach ca. 10 Minuten stand ich 5 Autos vor dem kleinen Tor zum Hafen.
Doch dann ging es los. Er wollte natürlich seinen Super-Service bezahlt bekommen. Ja ich war ganz froh über meine jetztige Position und bot ihm 5 Euronen an. Er wollte für seine Dienste aber 20 EUR, was ich deutlich überzogen fand. Bei 10 Euro „einigten“ wir uns unter lautstarkem Protest des Freundes.
Dann war ich endlich drin in einer der vielen Abfertigungsspuren. Zuerst bekam ich den Polizeistempel gegen Abgabe meines unteren Abschnittes des Personenfiche.
Weiter in der Spur zum Zoll, wegen dem Auto. Aber da war plötzlich kein Zöllner mehr. Auf allen Spuren um mich herum ging es vorwärts, nur bei mir nicht mehr. Es dauerte eine Ewigkeit bis er wieder da war. Dann noch schnell den Stempel in den Pass ( ;-) und dann hin zur Fähre. Es war nichts los … und so hat mich der Zöllner direkt an der Fähre noch mal kontrolliert und wollte in jede Tür schauen.
Im Bauch der Fähre war nichts los. Keine 20 Fahrzeuge und es sollten auch nicht viel mehr werden.
Ich habe dann schon mal wieder eine Kabine gebucht (genau so wie bei der Anreise … ohne Beleg ;-) ) und es mir gemütlich gemacht. Uwe und Stefan kamen fast zwei stunden später auf die Fähre … ich war da schon ein wenig weggenickt. Ich sag nur die 10 EUR haben sich gelohnt ;-)

Die Fähre startete ihre Überfahrt dann um 22:30 … schlappe 4,5 Stunden Verspätung … lächerlich im Vergleich zu den 9,5 Stunden auf der Hinfahrt.

Auf der Fahrt hat die Fähre dann noch ein Wenig gut gemacht. Wir kamen um ca. 18.30 an. 3 ½ Stunden zu spät … aber bis ich um 19 Uhr durch die Kontrolle kam war es aber zu spät um bei einem Kia-Händler Bremsbeläge zu kaufen.

Beim Zoll in Italien war alles kein Problem. Weil ich so ehrlich aussehe wurde ich einfach durchgewunken… da hätte ich ja ruhig meine Reservekanister mit tunesischem Diesel voll lassen können.

Die erste Etappe der Rückfahrt brachte mich bis nach dem Gotthard Tunnel, wo ich dann ab 23 Uhr ein kleines Nickerchen in meinem Sorento-Bett gemacht habe.

Um 4:00 Uhr fuhr ich weiter, um nach einem Zwischenstop bei meinen Eltern (zum Frühstück) meinen Dicken wieder in Dieburg zu parken.

Dort wird er jetzt erst mal neue Bremsbeläge und Scheiben bekommen damit er zum nächsten Einsatz beim Snowhillclimbing wieder fit ist … aber Moment mal: Bremsen ist im Schnee doch nicht angesagt … oder?

Nachwort zur Tunesien Tour 2008

  • Schon kurz nach unserer Ankunft haben wir entschieden dass wir nächstes Jahr um die gleiche Zeit wieder nach Tunesien kommen, dann aber für 2 Wochen. Es ist einfach die ideale Zeit, denn ab Weihnachten beginnt der Run auf die Wüste und auf der Piste von Douz nach Ksar Ghilane wird dann wohl eher Kolonne gefahren.
    Auf diese Weise dem vorweihnachtlichen Stress zu entfliehen ist wirklich genial und es gibt wohl keine schönere Art die vorweihnachtliche Ruhe wirklich zu erleben.
  • Die Habibie’s (arabisch „mein Freund“) waren immer und zu jeder Zeit sehr freundlich zu uns. Es sind zwar einige dabei die zur persönlichen Umsatzsteigerung uns immer wieder Geld für irgendwelche meist unnötige Dienste aus der Tasche ziehen wollten. Aber das kann man ihnen ja auch nicht übel nehmen … sagen wir  einfach dass sie „geschäftstüchtig“ sind und das ist ja kein Fehler ;-) .
  • Diese Tour war jetzt eine Gesamtstrecke von 3700 gefahrenen Kilometern. Davon rund 2000 in Tunesien. Das mag einigen recht viel vorkommen für eine Woche.
    Aber es ist für mich sehr entspannend hier zum Einen auf der Piste mal zu heizen und die Freiheit zu geniesen, oder zum Anderen auch mal zu schleichen und die karge, unwirtliche Landschaft auf mich wirken zu lassen.
  • Im Gegensatz zu meinen Touren in Rumänien oder Slowenien, gefällt mir die Landschaft einfach besser. Die Landschaft von Osteuropa ist der unseren einfach zu ähnlich (vielleicht mit der Ausnahme, dass dort mehr erlaubt ist).

Wie gewohnt gibt es noch mehr Bilder in der Gallerie zu der Tour nach Tunesien. Klick hier :-)

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Dez 19 2008

Die Wüste erleben …

Autor: Guido Kategorie: Events

Donnerstag 18.12 Sandrosen dann doch noch …

Da uns allen der Besuch der Sandrosenfelder wichtiger war wie Starwars (ist eh fast nur Asphalt dahin) starteten wir heute morgen erneut in Richtung der Sandrosenfelder.
Während Uwe superglücklich über seine Lichtmaschine war, die ihren Dienst jetzt zuverlässig wie eine Pfaff-Nähmaschine lief.
Dann kamen bei halber Strecke bei mir die Probleme. Bei jedem scharfen Bremsen war die Bremskontrollleuchte an. Da hatten die Beläge aber nicht mehr lange gehalten. Ich hatte eigentlich gedacht die 4-5 tkm schaffen sie noch locker.
Was mich aber am meisten störte: keine 100 km nach dem das erste mal das Licht anging war der deutliche Klang von Eisen auf Eisen beim Bremsen zu hören. Der Sand setzt den Bremsen wohl schon sehr stark zu… aber zurück zu den Sandrosen…

Die ersten 40 km bis nach El Faouar sind geteerte Straße. Dnach steigt man bei der Polizeistation auf eine noch recht feste Piste um. Diese geht zum Teil durch kleinere Chott’s durch und wird stellenweise sandiger. Ein paar kleine „Dünchen“ – Felder sind auch zu durchqueren.
Ganz wichtig: Da sollte man vorher den Tempomaten (den ich ja auf der Piste immer gerne benutze ;-) ) abschalten. Das gab schon ein paar Einschläge.
Als wir am GPS-Punkt ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Auf jedem Sandhügelchen lagen sie zu tausenden umher.

Meist kleine Sandrosen. Die Größeren sind schwerer zu finden, denn die liegen ja in den Souvenier-Shops in Douz usw.

Wir haben uns daran gemacht ein paar schöne Exemplare als Andenken zu sammeln.
Es hat schon einen viel persönlicheren Stellenwert, wenn man die Sandrose selbst gefunden hat. Es spielt dabei die Größe nicht die entscheidende Rolle.
Auch wenn sie kleiner sind werden diese Sandrosen dennoch die größere aber gekaufte Sandrose aus Marokko von ihrem Platz vertreiben.

Die Ruhe in der Wüste war an diesem Platz besonders deutlich zu spüren. Kein Ton, kein Grundrauschen, einfach nur Stille und sonst gar nichts.
Wie das wohl in der Vorweihnachtszeit in Deutschland jetzt so ist … ob man da auch so einen stillen Platz finden kann.
Nachdem wir diese Stille sehr ausgiebig genossen hatten, wurde es plötzlich laut. Ein deutlich zu hörendes „Grollen“… recht schnell merkten wir aber, dass das unsere Mägen waren, die nach einem lecker Vesper schrien ;-) .
Da wir ja schon mit etwas Stil speisen wollten, packte Uwe seinen Campingtisch und den Stuhl aus. Es gab allerhand Leckerreien (Wurstdosen) aus Deutschland, kombiniert mit tunesischem Brot und Mandarinen (Wer die hier einmal gegessen hat will garantiert das wässrige Zeug in Deutschland nicht mehr).

Im angrenzenden Dünenfeld war dann noch vor der Rückfahrt ein wenig Spielen angesagt. Bei dieser Gelegenheit hat sich Uwe ein klein bisschen festgefahren, so dass es einen Ruck vom Sori brauchte, und schon ging es weiter.

Nach der noch recht zeitigen Rückkehr setzen wir uns noch in Douz in ein Cafe neben unserer Schrauberwerkstatt. Der Verkehr hier ist schon gewöhnungsbedürftig und man sollte beim überqueren der Straße schon etwas vorsichtig sein.

Ganz nebenbei haben wir noch den Grund entdeckt weshalb es hier in Afrika nicht auf die eine oder andere Stunde ankommt.

Weil mir die Winterumhängekutten der Tunesier so gut gefielen hab ich mir eine gekauft. Endlich mal was man in Deutschland auch verwenden kann ;-)

Freitag 19.12. Von Douz nach Ksar Ghilane  und dann nach Matmata

Für die Strecke von Douz nach Ksar Ghilane gibt es zwei Varianten.
Besser gesagt sogar drei, wobei die dritte nur für auf Djerba überwinternde SLK-Fahrer richtg ist, weil komplett Asphalt. ;-)
Bei den zwei Eigentlichen ist die Eine recht einfach. Mit überwiegendem Pistenanteil und nur wenig Dünen und Sand, und die Andere, bei der man 40 km abkürzen kann, dafür aber durch ein 20 km langes größeres Dünenfeld muß.
Wir haben uns für die etwas softere Tour mit ca. 80 km Piste entschieden.
Piste war natürlich wieder meine Welt … und oft konnte ich wieder den Tempomaten einsetzten, was natürlich ab und zu recht kritisch endete, weil ich ja auch meine Bremsen schonen wollte. ;-)
Sowas aber, ich hatte gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung gesehen !!!

Unterwegs gibt es 4 oder 5 cafe’s auf der strecke. An zweien haben wir angehalten, und den Umsatz an diesem tag etwas angekurbelt.

Es hat schon was mitten in dieser Wüste in einem Cafe zu sitzen, und dann einen Anruf aus Deutschland zu bekommen :-)

Wir waren  ziemlich die Einzigen die unterwegs waren.
Auf der ganzen 120 km langen Strecke begegneten uns grad mal drei Autos !!!

Diese Zeit ist eine geniale Reisezeit für Tunesien. Die Wüste wird laut den Einwohnern ab Montag wieder voll sein, wenn dann sehr viele  Ihren Urlaub über Weihnachten und Neujahr in der Wüste verbringen.

Bei einem kurzen Pinkelstop, hat mich dann Uwe noch in Versuchung geführt …
Schaffste diese Düne ? Klar dass ich es probieren musste, obwohl sie schon sehr steil war und auch relativ hoch… na ja es hat genau gepasst, durch meinen vorderen Böschungswinkel konnte ich nur bedingt Anlauf nehmen. Ich kam also nicht drüber. Aber zu allem Ärger hat sich meine Anhängerkupplung genau in den Boden verankert, und da der wie man recht gut sieht sehr stabil ist, aber alle meine Räder im losen Sand nicht wirklich viel Traktion hatten, musste mich Uwe doch tatsächlich ein wenig anziehen… Ausgleich, jetzt steht es 1:1 ;-)

In einem etwas größeren Dünenfeld, wollte Stefan dann mal für ein paar Fotos aussteigen. Dany hat das dann auch gemacht.

Aus dem anfänglichen „ kurz um die beiden herumfahren“ wurde ein immer ausgelasseneres Spielen. Die Krönung des Spielens wurde von Stefan und auch Dany auf beeindruckende weise eingefangen.

Der aufgezeichnete Tracklog der Spielerei sah so aus:

Die letzten paar Kilometer durch die niedrigen Dünen haben wir dann auch noch recht schnell geschafft und kurz vor den Toren von Ksar Ghilane war dann wieder eine Vesperpause angesagt.
Um 15 Uhr erreichten wir die Oase und haben am berühmten warmen Schwimmteich noch eine kurze Teepause eingelegt.
Von Ksar Ghilane ging es dann über die geteerte Pipeline Piste direkt nach Matmata.
Da es schon anfing dunkel zu werden, und wir das Höhlenhotel nicht auf Anhieb gefunden haben sind wir wie in Douz dann eben auch im „Top End“ – „Hotel Matmata“ abgestiegen. Für 38 DIN pro Person gab es dort Halbpension.
Da wir auch hier die einzigen Gäste waren, durften wir im Innenhof des Hotels parken. Für den Jeep war das Tor ja kein Problem, aber beim Sori wurde es schon sehr eng. Das Bild stammt vom Ausparken am nächsten Morgen.

Für ihre einzigen Gäste, haben sie das Restaurant extra geöffnet und uns ein lecker Mahl zubereitet. Wenigstens hier bekam Dany ihr geliebtes KusKus (wird das so geschrieben?), und musste nicht ohne das einmal gegessen zu haben Afrika verlassen.
Allerdings war es im ganzen Hotel sehr sehr kalt, so dass wir uns freuten, als wir endlich in unsere warmen Schlafsäcke kamen. Ach ja warm Wasser war auch nicht, so dass wir entschieden dass es auch mal eine Nacht ohne duschen gehen muss.

Mit dem Frühstück für 7 Uhr taten sie sich allerdings etwas schwer, und gaben uns bei mehrfachen nachfragen die Change die Zeit vielleicht doch nach hinten zu korrigieren.
Da ich aber am nächsten Tag aber eine sehr lange Strecke vor mir hatte, weil ich ja Dany nach Djerba zum Flughafen bringen musste, blieb es bei 7 Uhr.
Weil ich mir mit den maroden Bremsen in Europa (Alpen und so) ein wenig Sorgen machte, schrieb ich hurtig an Karl vom Sorento-Forum eine SMS, mir doch bitte die Kia-Werkstätten in Genua rauszusuchen damit ich mir nach der Ankunft in Genua Beläge kaufen kann und sie vielleicht auf irgendeinem Parkplatz wechseln kann… die antwort kam prompt … jetzt muß nur noch die Fähre am Montag wie geplant um 15 Uhr ankommen !!

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Dez 17 2008

Von Djerba nach Douz …

Autor: Guido Kategorie: Events

oder ab auf die Piste …

Dienstag    16.12   Stefan kommt an Bord und dann ab in die Wüste

Das Früstück im Hotel war super. So wie wir es uns für diesen Urlaub vorgenommen hatten eben „Top End“.
Bis zur Ankunft von Stefan (der vom Kühlschrank, hier nun Beifahrer von Uwe) war noch reichlich Zeit, denn nun kannten wir ja den Flughafen und wollten erst zur geplanten Ankunftszeit dort aufschlagen.
Die Zeit hat Dany dann genutzt um den extra eingepackten Bikini auch zu benutzen. Bei einer Wassertemperatur von vielleicht 15 Grad wollte sie unbedingt ins Meer.

Anschliessend konnte sie sich noch im 28 Grad warmen Thermalbecken des Hotels aufwärmen.

Wir kamen dann auch exakt zur geplanten Ankunftszeit des Fliegers am Flughafen an. Aber der hatte wie ein zweiter Flieger aus Nürnberg eine halbe Stunde Verspätung … und durch die Ankunft von zwei Fliegern zur gleichen Zeit dauerte die Abfertigung natürlich auch noch ewig … Aber das war ja kein Problem, wenn wir eines zu Genüge gelernt hatten war es … Warten.

Über die Neubaustrecke Flughafen – Fähre konnten wir es so richtig krachen lassen. Die Stecke gibt es wohl seit einiger Zeit, aber sie war noch immer Piste … der Teer fehlte noch.
An der Fähre zum Festland war diesesmal aber wieder was Bekanntes angesagt … Warten.

Für die Strecke nach Douz haben wir dann einige Abkürzungen genommen, die annähernd Rallyecharakter hatten. Eine recht unebene Piste mit den typischen Queetdurchquerungen und im Gebirge eine Strecke mit sehr starken Ausspülungen waren auch dabei. So konnten wir uns schon richtig einstimmen.

Mittlerweile wurde es auch dunkel und wir mussten mit Licht fahren. Da meldete sich Uwes Lichtmaschine immer öfter und bei hohem Strom wollte sie trotz klopfen überhaupt nicht mehr. Das konnte ja noch heiter werden.

In Douz haben wir dann unser Lager im „Top End“ – Hotel Tuareg bezogen. Das Doppelzimmer mit Halbpension zu umgerechnet 76 EUR.
Wir waren allerdings fast die einzigen Gäste, so dass sowohl Frühstück als auch Abendessen nicht in Buffetform waren. Abends gab es ein 4 Gänge Menue.

Mittwoch 17.12  Sandrosen abgebrochen und was der ADAC damit zu tun hatte.

Da Uwe’s Lichtmaschine jetzt immer schlechter und weniger funktionierte, kam Uwe auf die Idee den ADAC in Anspruch zu nehmen, dessen Schutzbrief ja auch in Mittelmeeranrainer Ländern gilt und den Ersatzteilversand organisiert.
Naja dem Mitarbeiter musste Uwe zuerst mal Nachhilfe in Erdkunde geben und erklären, wo Tunesien auf der Landkarte zu finden sei und dass es sehr wohl ans Mittelmeer angrenzt.
Endlose Telefonate folgten, sowohl mit dem ADAC in Deutschland als auch mit dem ADAC in Tunis.
Wir haben uns alle sehr über den ADAC aufgeregt weil er uns diesen Tag so richtig versaut hat, so dass es einfach ein Muss ist, dies ausführlich zu erzählen.
Die sturen Richtlinen des ADAC hätten für Uwe’s Problem nur eine Vorgehensweise zugelassen. Der Jeep hätte in die nächste Vertragswerkstatt (vermutlich in Tunis – 600 km) geschleppt werden müssen, da eine Vertragswerkstatt den Fehler bestätigen muß. Dann hätte man eventuell den Versand der Lichtmaschine organisiert, Uwe hätte 3 Tage das Hotel bezahlt bekommen, eventuell den Heimflug und den Heimtransport des Jeep’s.
Dabei wollte Uwe nur dass sie den Versand der Lichtmachine bis Freitag nach Douz organisiert hätten. Um den Einbau hätten wir uns hier vor Ort selbst gekümmert. Diese Variante war dem ADAC aber wohl zu billig.
Hier in Afrika geht das halt nicht so wie in Europa, dass man an jeder Ecke eine Fachwerkstatt findet. Der ADAC sollte dann doch besser diese Leistung aus seinem Programm streichen, denn mit deutscher Bürokratie läuft hier eben nicht so viel.
Durch die endlosen Telefonate vergeudeten wir Stunden und auf den Anruf des tunesischen ADAC warteten wir den ganzen Tag vergeblich. (es sei vorweggenommen, dass dieser Anruf am Freitag abend dann kam)
Durch die Unflexibilität des ADAC’s mussten wir uns eben selbst helfen. Wir fuhren bei einer Schrauberwerkstatt in Douz vorbei und vereinbarten einen Termin für 16 Uhr zum Ausbau der Lichtmaschine und machten uns auf in Richtung Sandrosen. Nach 40 km Teerstraße kam der Einstieg ins Gelände, welches überwiegend aus harten Pisten, Sandpisten und kleinen Sandhügelchen bestand.
Auch habe ich bei dieser Tour feststellen müssen, dass man auf einem Track durch ein Chott besser nur auf der Piste wenden sollte, auch wenn es verlockend ist einfach eine große Schleife zu fahren ;-)

Dank der Sperren und weil es doch noch etwas trug, kam ich ohne fremde Hilfe wieder raus.

Wegen des späten Starts unserer Tour und wegen dem Termin bei den Schraubern mussten wir unsere Tour ca. 11 km vor dem Ziel abbrechen und zurück fahren.
Beim Schrauber angekommen machten sich der Chef und sein Lehrling sofort an den Ausbau der Lichtmaschine.
Weil in der Nähe kein passender Parkplatz mehr zu finden war, habe ich meinen Dicken einfach Afrikanisch abgestellt.

Um die schwer zugängliche Spannschraube für den Keilriemen zu lösen hatten die Schrauber nicht wirklich das passende Werkzeug. Als ich dann schnell meinen 13 er Ringratschenschlüssel holte mit dem es wesentlich besser ging, waren die beiden so begeistert, dass sie alle 13er Schrauben mit diesem Schlüssel öffneten.
Uwe war zeitweise sehr besorgt und entnervt … aber das gehört eben dazu ;-)

Als die Lichtmaschine ausgebaut war, haben wir sie zerlegt um an die Kohlen zu kommen. Das wollte der Mechaniker nicht machen, weil es die Aufgabe des Elektrikers sei.
Vom Lehrling, den Kohleträger in der Hand, bin ich dann zu einem Ersatzteilhändler geführt worden. Ich war zwar skeptisch aber wir suchten uns aus der großen Auswahl annähernd passende Kohlen aus.
3,5 Dinar, das sind ungefähr 2 EUR. Da kann man ja nicht viel falsch machen.

Danach ist der Lehrling dann mit mir zum Elektriker gefahren. Als sich der mit dem Lötkolben am Kohleträger zu schaffen machte, dachte ich dass jetzt alles zu spät ist. Aber er lötete die alten Kohlen aus, feilte die neuen Kohlen passend und baute diese ein. Er war knapp eine Stunde mit dieser Arbeit beschäftigt.
Ich war zwar der Meinung die neuen Kohlen seinen zu lange und er sollte sie etwas kürzen, aber mangels Französischkenntnissen blieben die Kohlen eben lang.
Ich war aber superbeeindruckt, wie der Elektriker mit seinem Lehrling diese Kohlen ausgetauscht hat. Und der Preis … kaum zu glauben auch 3,5 Dinar.

Zurück beim Mechaniker wurde die Lichtmachine wieder zusammengesetzt. Allerdings gab es dabei Probleme … die Kohlen waren zu lang.
Eine Feile wäre jetzt nicht schlecht … zum Glück hatte Dany eine Nagelfeile dabei (das war so eine Einwegnagelfeile, die ich in einem Hotel mitgenommen hatte). Wir vier schauten uns an, mussten alle sofort laut loslachen … da war doch was mit einer Nagelfeile auf der Tuareg 2007 (brachte einem Beifahrer im gelben Toyo doch einen Spitznamen ein)
Nach langer Feilarbeit, und Fluchen des Mechanikers, das sei doch eigentlich die Aufgabe des Elektrikers, konnte dann die Lichtmaschine wieder eingebaut werden.
Kaum war der Cherokee gestartet und alle nur erdenklichen Verbraucher eingeschaltet, stand sofort fest … das Ding tut wieder. Alle klatschten Beifall. Und die Rechnung vom Mechaniker, für gut drei Stunden Arbeit zu zweit … 50 Dinar… rund 30 EUR
Dann kam der Mechaniker noch mit einer Bitte zu uns. Er wollte eine Probefahrt auf dem Beifahrersitz machen … aber nicht wie jetzt viele denken mit dem von ihm reparierten Auto … nein mit meinem Dicken ;-)
Er zeigte mir einen kurzen Weg aus der Stadt hinaus und ab ging es mit Vollgas eine kleine Runde.

Am Schluß sagte er noch, dass er für den Cherokee einige Ersatzteile (Antriebsachsen,  Querlenker etc.) hätte. Ein Schaden sollte also kein Problem sein.
Zu mir sagte er nur: “Fahr etwas vorsichtiger, denn für den Kia hab ich keine Ersatzteile” ;-)

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Dez 15 2008

Anreise nach Tunesien …

Autor: Guido Kategorie: Events

oder wer nach Afrika will muss zuerst das “Warten” lernen…

Freitag 12.12. Anreise
Noch ein letztes Mal den Tank kurz vor der Grenze zu der Schweiz vollgetankt. Das erste Etappenziel lag in der Nähe von Soronne. In dem Hotel Concorde wollten Uwe und ich uns treffen (das Hotel kann man echt empfehlen). Durch die Schweiz war allerdings jede Menge Verkehr aber meine Straßen waren überwiegend schneefrei, was man von Uwe’s Anreise nicht behaupten konnte.

Ab Lugano und in dem Stückchen Italien kam ich allerdings voll in den Feierabendverkehr.
Aber pünktlich um 19 Uhr erreichte ich das Hotel, wo Uwe aber schon knapp 2 Stunden wartete und relaxte.
Wir gingen noch schön beim Italiener essen. Dazu gab es eine leckere Flasche Rotwein … danach haben wir schnell und gut geschlafen.

Samstag 13.12. Weiter zur Fähre nach Genua
Morgens beim Frühstücken waren wir die ersten und so kamen wir um 8:00 uhr los. Die letzten 160 km bis Genua liefen echt super … bis zur Abfahrt der Autobahn. Ab dort hatten wir 90 Minuten stau, für eine strecke von ungefähr 5 km. Unser Zeitvorsprung wurde kleiner, und so hat sich Uwe irgendwann auf die linke Spur gedrängelt … an weiteren 5 km Stau auf der rechten Spur ging es dann sehr zügig vorwärts und etwas geschafft erreichten wir um 11:30 den Hafen von Genua… 1,5  stunden früher als wir sollten … dachten wir zu dem Zeitpunkt noch.
Aber dann bekamen wir gesagt, dass die Fähre Verspätung hatte … ein paar Stunden vielleicht.
Beim Schlendern durch die Hafen – Shopping – Mall wurden wir jedoch ganz blass, als wir auf der Anzeigetafel die geplante Abfahrtszeit von 02:30 lasen. 9,5 stunden Verspätung. Und wir eingesperrt im Hafen.

Später in der Fähre habe ich zum Thema Verspätung noch ein tolles Werbeplakat der CTN (Fährgesellschaft) gesehen:

Ach ja was wir durch Zufall bemerkten war, dass man sich den orangenen Ausreisefiche von der italienischen Polizei abstempeln lassen muß. Das sollten wir uns für das nächste mal merken!
Die Abfahrtzeit hat sich bestätigt, was bedeutete wir mussten uns auf der Wartespur 15 Stunden Zeit totschlagen … und es wurden lange 15 Stunden und kalt war es dann mit der Zeit auch.
Wir waren schon stinkesauer und bereuten ein Wenig unsere Idee nach Tunesien zu fahren.
Allerdings hatten wir mit unserer Parkposition viel Glück und waren fast die ersten auf dem Schiff. Denn besser 1 ½ Stunden auf dem Schiff rumgelümmelt, als unten beim Auto auf der Wartespur.
Als Entschädigung für die lange Wartezeit, haben Uwe und ich uns eine kleines Upgrade in eine Zweibettkabine gegönnt.

Die 72 Eur waren echt gut angelegt … auf beiden Seiten ;-) .
An der Rezeption sollten wir nämlich nicht bezahlen … sondern erst bar dem Steward der uns die Kabine  zeigte … und zwar ganz ohne Quittung … ;-)

Die Überfahrt war sehr angenehm. Unser Schiff die Cartage war sehr gut eingerichtet und sie hat ja auch Bestnoten bei den Tests bekommen. Und so verbrachten wir die 21 Stunden auf See Zwischen Kabine, Bar und Anmeldeformalitäten.
Diese Anmeldeformalitäten, sind in Tunesien noch etwas ausgeprägter als in Marokko. Man hat 3 Formulare oder Fiche genannt die ausgefüllt werden müssen … und Eines bekommt man noch ausgedruckt.
Und es ist wichtig dass man sich zweimal anstellen muss (haben wir auch nur durch Zufall mitbekommen) einmal bei der Polizei und noch einmal separat beim Zoll wegen dem Auto.

Zui dem Autofiche fällt mir noch was wichtiges ein. Ganz speziell an die Landi-Fahrer gerichtet, die sowohl hier beim Warten auf die Fähre, und auch bei diversen Offroadveranstaltungen meinen, daß der “Landi” der einzige echte Geländewagen ist, und die Anderen noch nicht mal eines Blickes würdigen, ja noch nicht mal zurück grüßen weil sie wohl was besseres sind:
… im PKW-Fiche der Tunesier wird bei Fahrzeugtyp die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten gelassen. PKW oder Jeep … das gäbe mir als Landifahrer zu denken. Da steht nichts von Landi … oder Defender ;-)

Um das noch einmal für einen ganz gewissen Range Rover – Fahrer klarzustellen:
Als Landifahrer gelten typischerweise Fahrer von Defendern.

Recht pünktlich nach 21 Stunden Überfahrt kamen wir um ca. 23:15 in Tunis an. Da wir natürlich beim ausfahren auch eine sehr gute Position hatten, waren wir recht schnell aus dem Schiff raus.
Die Einreise und der Zoll flutschte auch wie am Schnürchen. Man muß nur darauf achten dass man keinen Computer, kein GPS und erst recht kein Funkgerät dabei hat … dann wird es schwieriger und mehr Papierkruscht bei der Einreise. Da wir zwar alles dabei hatten, aber gut verstaut (hihi) bzw. getarnt hatten, gaben wir natürlich nichts von alledem an.
Um 24 Uhr hatten wir alles hinter uns, und sogar schon getankt … für 60 Cent der Liter Diesel. Hier sei noch erwähnt, dass es der Dicke mit einer Tankfüllung von Lörrach bis nach Tunis geschafft hat, er war sogar noch viertel voll.
Durch die Einreise wieder so richtig aufgedreht machten wir uns sofort auf den Weg in Richtung Djerba.

Montag 15.12. Djerba wir kommen.

Nach dem wir in Tunis die Autobahn Richtung Süden gefunden hatten ging alles recht flott.
110 darf man und die konnte man auch problemlos fahren, denn es war ja um die Zeit überhaupt keiner mehr außer uns auf der Straße.
Sowohl Uwe als auch ich konnten unsere Zusatzscheinwerfer oft zum Einsatz bringen … in Tunesien gilt das glaub ich nicht, daß nur 6 Scheinwerfer brennen dürfen … und so konnte ich meinen Tannenbaum auf dem Dach gleich auf “Afrikamodus” umstellen … dann waren es bei mir eben immer 12 Scheinwerfer ;-) und die machen hell.
Nach 3 Stunden hatten wir die ersten knapp 300 km bis Sfax erledigt.
Die Autobahn geht jetzt wohl schon eine ganze Zeit komplett durch bis nach Sfax … das ist auf meiner elektronischen Karte auch schon so drauf …
Allerdings hat es mit der Terminplanung hier in Tunesien nicht so richtig geklappt, weil die Zahlstellen befinden sich noch im Rohbau. So war das Stück von Sousse bis nach Sfax auch noch kostenlos.
Kurz nach Sfax, haben wir uns dann ein nettes Plätzchen direkt am Meer gesucht, weil wir ein paar Stunden im Auto schlafen wollten.

Nach ein bisschen Schlaf, sind wir dann von unserem Nachtlager zur Insel Djerba aufgebrochen, wo Dany ja um 22 Uhr landen sollte.
Mittlerweile war es 7 Uhr und auf der Landstraße war schon jede Menge Verkehr.
Recht schnell mussten wir uns wieder an den Afrikanischen Fahrstil anpassen. Die zum Teil haarsträubenden Überholmanöver hatten wir nach einer halben Stunde Fahrt auch wieder ganz gut drauf, und dann machte es wieder richtig Spaß.
Wie heißt es in einem Buch über Tunesien treffend:
Die Ampeln, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote sind nur „unverbindliche Verkehrsempfehlungen“.
Oder anders formuliert, hätte ich auf der Strecke von Sfax nach Djerba mein Flensburger Punktekonto mehrfach bis an den Rand auffüllen können.

Ein kleines Beispiel: Die letzte Strecke zur Fähre nach Djeba wurde gerade neu gebaut. Es war deshalb eine Piste. Recht eben. Unsere guten Stoßdämpfer hatten bei Tempo 80 – 100 jede Menge Spaß. Da kam plötzlich irgendein Fiat’le von hinten und überholte uns zügig mit bestimmt 120. Am Rande sollte noch erwähnt werden, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung 20 km/h war.

Noch auf dem Festland meldete sich dann Uwe’s Lichtmaschine zu Wort und lieferte keinen Strom mehr. Ein kurzer Anruf bei CustomCars brachte als Ferndiagnose die Kohlen die wohl zu abgenutzt waren als Ursache heraus. Mit dem Tip gegen das Gehäuse zu klopfen nahm die Lichtmaschine immer wieder für eine Zeit Ihren Dienst auf.

An der Fähre angekommen wurden wir (besser gesagt nur ich) zum ersten Mal in einer Kontrolle angehalten und befragt. Wo kommen sie her und wo wollen sie hin … natürlich in französisch und weil ich das ja nicht kann eben danach in gebrochenen Englisch.
Es half alles nichts, wieder und wieder wollte er das Selbe wissen … erst als ich sagte: Flughafen, abholen und dann nach Douz war das magische Wort fürs Weiterfahren gefallen. Beim Wort Douz wurde ich sofort durchgewunken … und Uwe gleich auch.
Kurz mussten wir auf die Fähre warten. Die Fähre spart hier ca. 80 km Umweg gegenüber der Strecke über den Damm/Brücke nach Djerba.

Der Preis für die Fähre war nach Uwe: einmal rrrrrm (Ampelstart mit dem Jeep) also umgerechnet 50 Cent.

Durch die Hauptstadt von Djerba wurde es dann zeitweise recht eng. Im Touristengebiet angekommen haben wir dann erst mal verschiedene Hotels abgeklappert.
Von 120 EUR für das Doppelzimmer in einem 5 Sterne Hotel haben wir uns über ein 3 Sterne Hotel mit All Inclusive für 70 EUR pro Person zu einem echt schönen Hotel Sirena durchgesucht. 38 EUR für das Doppelzimmer mit Frühstück waren echt sehr günstig für diese Hotelkategorie. Dieses Hotel bekommt hier auch das Prädikat „sehr zu empfehlen“

Nach dem wir uns geduscht hatten und den Strand erkundeten haben wir ein wenig ausgespannt, denn bis der Flieger von Dany kam hatten wir noch reichlich Zeit.
Am frühen Abend sind wir dann Tanken gefahren und haben uns in einem wirklich guten Steakhaus was Ordentliches gegönnt.

Wir waren recht zeitig am Flughafen und haben uns wieder unserer Lieblingsbeschäftigung in diesem Urlaub gewidmet … Warten.
Gut weil wir den Flughafen nicht kannten waren wir fast eine Stunde vor der Ankunftszeit da.
Danys Flieger war dann  superpünktlich, und die Theorie mit dem „nur Handgepäck“ ist auch voll aufgegangen und Dany war sehr schnell durch die Kontrollen.
Dann gab es nur noch eines … schnell ins Hotel und ab ins Bett.

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Dez 12 2008

Und tschüß …

Autor: Guido Kategorie: Allgemein

… es ist zwar alles noch recht knapp geworden, und bestimmt hab ich auch was wichtiges vergessen …

Aber jetzt gehts los. Das Abenteuer Tunesien. Wir werden bestimmt einige Bilder mit zurückbringen und einen Bericht gibt es natürlich auch wenn wir wieder zurück sind.

Der wird dann bestimmt rechtzeitig fertig, damit ihr bei Schmuddelwetter zwischen Weihnachten und Neujahr am Kamin was zu lesen habt. ;-)

So jetzt aber schnell aus dem Haus, denn die Fähre wartet bestimmt nicht auf mich.

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Dez 03 2008

Damit Ralf nicht mehr meckern kann … und andere Kleinigkeiten

Autor: Guido Kategorie: Vorbereitung

Meine Zeit vor unserer Tour nach Tunesien ist zwar sehr sehr knapp bemessen, und einige Dinge müssen am Dicken noch gemacht werden.
Die in den Augen von  “Ralf Edelstahdesigner” wichtigste Maßnahme war ja (wie er auch schon im Kommentar geschrieben hat) das Streichen des neuen Unterfahrschutzes. Dies habe ich jetzt in einer Nacht und Nebelaktion noch geschwind gemacht. Es ist zwar nicht so schön geworden wie beim letzten UFS … den hat ja auch Dany gestrichen, aber ich denke nach Tunesien wird die Farbe eh wieder ab sein und der Unterfahrschutz ist dann wieder Sandgestrahlt ;-)

Wie gesagt standen noch einige Modifikationen an.

Die Reifen mußten getauscht werden, da der Sturz vorne sich einfach nicht mehr besser einstellen läßt fahren sich die Reifen innen stärker ab als außen. So habe ich die von vorne mal nach hinten gewechselt.

Eine weitere wichtige Modifikation war das Bett. Bei der Rückfahrt von der Tuareg 2008 wollten Dany und ich ein paar Stündchen abnicken. Da das in den Sitzen sehr schlecht ging haben wir hinten auf Werkzeugkiste und Ersatzreifen geschlafen. Das war sehr unbequem. Da ich mir sicher bin, daß ich bei der Tour durch Tunesien vielleicht auch mal die eine oder andere Nacht schnell mal ein Bett brauche (normalerweise wollen wir ja Zelten bzw. ins Hotel gehen) habe ich mir was einfallen lassen, um den Dicken etwas “Tour geeigneter zu machen”.
Ich hab mir also eine zweiteilige leicht einzuhängende Abdeckung gemacht. So habe ich über allem Krempel welchen ich dabei habe eine glatte Fläche zum schlafen. Durch das Kreuz vom Käfig ist die Liegefläche zwar nicht besonders lang … aber ich bin ja auch nicht so groß ;-) . Besonders stolz bin ich darauf, daß die Teile vom Bett zusammen nur ungefähr 5 kg wiegen.

Um eine längere Reichweite zu bekommen muß ich natürlich auch Reservekanister mitnehmen. Der ideale Platz für einen Dieselkanister ist aber bestimmt nicht im Innenraum, denn das Diesel stinkt immer so. Na und einfach ans Auto hängen wie mein Bruder bei seinem Defender geht natürlich beim Sorento auch nicht.
Bleibt also nur das Dach. Mein Spezialdachständer für die Sandbleche ist ja stark genug dimensioniert, und bei einer Tour kommt es ja nicht so darauf an wie schnell man an die Sandbleche kommt. Also hab ich schnell noch ein paar Ringschrauben angebracht, damit die drei Kanister (danke nochmal Robert) am Dach festgezurrt werden können.

Die weiteren Modifikationen mußte ich im Innenraum duchführen. So habe ich mir schon vor einiger Zeit einen neuen Beifahrergeräteträger gebaut, den ich zur Tour jetzt noch fertiggestellt habe und testen will.

Die zwei Tripmaster sind jetzt nebeneinander angeordnet, und das GPS in einer “Relativ”-Schnellhalterung angebracht. So kann es schnell mal rausgenommen werden, wenn Dany es zum navigieren lieber in der Hand oder am Roadbookhalter hat. In der Mitte über allen Geräten ist mein guter Richie – Kompass angebracht, den ich schon zur Tuareg von Karl geschenkt bekommen habe. Früher hatte ich den auf der Mittelkonsole, da ist er aber vom Beifahrer (Dany) schlecht bzw. nur schäg abzulesen.

Offen ist jetzt nur noch, daß ich den in Saverne abgesoffenen CarPC wieder ersetzen kann. Das alte Motherboard und das Netzteil sind wohl bei der Aktion kaputtgegangen.

Neue Teile habe ich schon bestellt … fehlt es nur noch an der Zeit die Kiste zum laufen zu bringen und alle Software die ich brauche drauf zu installieren. Mal sehen ob das noch klappt.

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