Dez 15 2008

Anreise nach Tunesien …

Autor: Guido 21:01 Kategorie: Events

oder wer nach Afrika will muss zuerst das “Warten” lernen…

Freitag 12.12. Anreise
Noch ein letztes Mal den Tank kurz vor der Grenze zu der Schweiz vollgetankt. Das erste Etappenziel lag in der Nähe von Soronne. In dem Hotel Concorde wollten Uwe und ich uns treffen (das Hotel kann man echt empfehlen). Durch die Schweiz war allerdings jede Menge Verkehr aber meine Straßen waren überwiegend schneefrei, was man von Uwe’s Anreise nicht behaupten konnte.

Ab Lugano und in dem Stückchen Italien kam ich allerdings voll in den Feierabendverkehr.
Aber pünktlich um 19 Uhr erreichte ich das Hotel, wo Uwe aber schon knapp 2 Stunden wartete und relaxte.
Wir gingen noch schön beim Italiener essen. Dazu gab es eine leckere Flasche Rotwein … danach haben wir schnell und gut geschlafen.

Samstag 13.12. Weiter zur Fähre nach Genua
Morgens beim Frühstücken waren wir die ersten und so kamen wir um 8:00 uhr los. Die letzten 160 km bis Genua liefen echt super … bis zur Abfahrt der Autobahn. Ab dort hatten wir 90 Minuten stau, für eine strecke von ungefähr 5 km. Unser Zeitvorsprung wurde kleiner, und so hat sich Uwe irgendwann auf die linke Spur gedrängelt … an weiteren 5 km Stau auf der rechten Spur ging es dann sehr zügig vorwärts und etwas geschafft erreichten wir um 11:30 den Hafen von Genua… 1,5  stunden früher als wir sollten … dachten wir zu dem Zeitpunkt noch.
Aber dann bekamen wir gesagt, dass die Fähre Verspätung hatte … ein paar Stunden vielleicht.
Beim Schlendern durch die Hafen – Shopping – Mall wurden wir jedoch ganz blass, als wir auf der Anzeigetafel die geplante Abfahrtszeit von 02:30 lasen. 9,5 stunden Verspätung. Und wir eingesperrt im Hafen.

Später in der Fähre habe ich zum Thema Verspätung noch ein tolles Werbeplakat der CTN (Fährgesellschaft) gesehen:

Ach ja was wir durch Zufall bemerkten war, dass man sich den orangenen Ausreisefiche von der italienischen Polizei abstempeln lassen muß. Das sollten wir uns für das nächste mal merken!
Die Abfahrtzeit hat sich bestätigt, was bedeutete wir mussten uns auf der Wartespur 15 Stunden Zeit totschlagen … und es wurden lange 15 Stunden und kalt war es dann mit der Zeit auch.
Wir waren schon stinkesauer und bereuten ein Wenig unsere Idee nach Tunesien zu fahren.
Allerdings hatten wir mit unserer Parkposition viel Glück und waren fast die ersten auf dem Schiff. Denn besser 1 ½ Stunden auf dem Schiff rumgelümmelt, als unten beim Auto auf der Wartespur.
Als Entschädigung für die lange Wartezeit, haben Uwe und ich uns eine kleines Upgrade in eine Zweibettkabine gegönnt.

Die 72 Eur waren echt gut angelegt … auf beiden Seiten ;-) .
An der Rezeption sollten wir nämlich nicht bezahlen … sondern erst bar dem Steward der uns die Kabine  zeigte … und zwar ganz ohne Quittung … ;-)

Die Überfahrt war sehr angenehm. Unser Schiff die Cartage war sehr gut eingerichtet und sie hat ja auch Bestnoten bei den Tests bekommen. Und so verbrachten wir die 21 Stunden auf See Zwischen Kabine, Bar und Anmeldeformalitäten.
Diese Anmeldeformalitäten, sind in Tunesien noch etwas ausgeprägter als in Marokko. Man hat 3 Formulare oder Fiche genannt die ausgefüllt werden müssen … und Eines bekommt man noch ausgedruckt.
Und es ist wichtig dass man sich zweimal anstellen muss (haben wir auch nur durch Zufall mitbekommen) einmal bei der Polizei und noch einmal separat beim Zoll wegen dem Auto.

Zui dem Autofiche fällt mir noch was wichtiges ein. Ganz speziell an die Landi-Fahrer gerichtet, die sowohl hier beim Warten auf die Fähre, und auch bei diversen Offroadveranstaltungen meinen, daß der “Landi” der einzige echte Geländewagen ist, und die Anderen noch nicht mal eines Blickes würdigen, ja noch nicht mal zurück grüßen weil sie wohl was besseres sind:
… im PKW-Fiche der Tunesier wird bei Fahrzeugtyp die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten gelassen. PKW oder Jeep … das gäbe mir als Landifahrer zu denken. Da steht nichts von Landi … oder Defender ;-)

Um das noch einmal für einen ganz gewissen Range Rover – Fahrer klarzustellen:
Als Landifahrer gelten typischerweise Fahrer von Defendern.

Recht pünktlich nach 21 Stunden Überfahrt kamen wir um ca. 23:15 in Tunis an. Da wir natürlich beim ausfahren auch eine sehr gute Position hatten, waren wir recht schnell aus dem Schiff raus.
Die Einreise und der Zoll flutschte auch wie am Schnürchen. Man muß nur darauf achten dass man keinen Computer, kein GPS und erst recht kein Funkgerät dabei hat … dann wird es schwieriger und mehr Papierkruscht bei der Einreise. Da wir zwar alles dabei hatten, aber gut verstaut (hihi) bzw. getarnt hatten, gaben wir natürlich nichts von alledem an.
Um 24 Uhr hatten wir alles hinter uns, und sogar schon getankt … für 60 Cent der Liter Diesel. Hier sei noch erwähnt, dass es der Dicke mit einer Tankfüllung von Lörrach bis nach Tunis geschafft hat, er war sogar noch viertel voll.
Durch die Einreise wieder so richtig aufgedreht machten wir uns sofort auf den Weg in Richtung Djerba.

Montag 15.12. Djerba wir kommen.

Nach dem wir in Tunis die Autobahn Richtung Süden gefunden hatten ging alles recht flott.
110 darf man und die konnte man auch problemlos fahren, denn es war ja um die Zeit überhaupt keiner mehr außer uns auf der Straße.
Sowohl Uwe als auch ich konnten unsere Zusatzscheinwerfer oft zum Einsatz bringen … in Tunesien gilt das glaub ich nicht, daß nur 6 Scheinwerfer brennen dürfen … und so konnte ich meinen Tannenbaum auf dem Dach gleich auf “Afrikamodus” umstellen … dann waren es bei mir eben immer 12 Scheinwerfer ;-) und die machen hell.
Nach 3 Stunden hatten wir die ersten knapp 300 km bis Sfax erledigt.
Die Autobahn geht jetzt wohl schon eine ganze Zeit komplett durch bis nach Sfax … das ist auf meiner elektronischen Karte auch schon so drauf …
Allerdings hat es mit der Terminplanung hier in Tunesien nicht so richtig geklappt, weil die Zahlstellen befinden sich noch im Rohbau. So war das Stück von Sousse bis nach Sfax auch noch kostenlos.
Kurz nach Sfax, haben wir uns dann ein nettes Plätzchen direkt am Meer gesucht, weil wir ein paar Stunden im Auto schlafen wollten.

Nach ein bisschen Schlaf, sind wir dann von unserem Nachtlager zur Insel Djerba aufgebrochen, wo Dany ja um 22 Uhr landen sollte.
Mittlerweile war es 7 Uhr und auf der Landstraße war schon jede Menge Verkehr.
Recht schnell mussten wir uns wieder an den Afrikanischen Fahrstil anpassen. Die zum Teil haarsträubenden Überholmanöver hatten wir nach einer halben Stunde Fahrt auch wieder ganz gut drauf, und dann machte es wieder richtig Spaß.
Wie heißt es in einem Buch über Tunesien treffend:
Die Ampeln, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote sind nur „unverbindliche Verkehrsempfehlungen“.
Oder anders formuliert, hätte ich auf der Strecke von Sfax nach Djerba mein Flensburger Punktekonto mehrfach bis an den Rand auffüllen können.

Ein kleines Beispiel: Die letzte Strecke zur Fähre nach Djeba wurde gerade neu gebaut. Es war deshalb eine Piste. Recht eben. Unsere guten Stoßdämpfer hatten bei Tempo 80 – 100 jede Menge Spaß. Da kam plötzlich irgendein Fiat’le von hinten und überholte uns zügig mit bestimmt 120. Am Rande sollte noch erwähnt werden, dass die Geschwindigkeitsbegrenzung 20 km/h war.

Noch auf dem Festland meldete sich dann Uwe’s Lichtmaschine zu Wort und lieferte keinen Strom mehr. Ein kurzer Anruf bei CustomCars brachte als Ferndiagnose die Kohlen die wohl zu abgenutzt waren als Ursache heraus. Mit dem Tip gegen das Gehäuse zu klopfen nahm die Lichtmaschine immer wieder für eine Zeit Ihren Dienst auf.

An der Fähre angekommen wurden wir (besser gesagt nur ich) zum ersten Mal in einer Kontrolle angehalten und befragt. Wo kommen sie her und wo wollen sie hin … natürlich in französisch und weil ich das ja nicht kann eben danach in gebrochenen Englisch.
Es half alles nichts, wieder und wieder wollte er das Selbe wissen … erst als ich sagte: Flughafen, abholen und dann nach Douz war das magische Wort fürs Weiterfahren gefallen. Beim Wort Douz wurde ich sofort durchgewunken … und Uwe gleich auch.
Kurz mussten wir auf die Fähre warten. Die Fähre spart hier ca. 80 km Umweg gegenüber der Strecke über den Damm/Brücke nach Djerba.

Der Preis für die Fähre war nach Uwe: einmal rrrrrm (Ampelstart mit dem Jeep) also umgerechnet 50 Cent.

Durch die Hauptstadt von Djerba wurde es dann zeitweise recht eng. Im Touristengebiet angekommen haben wir dann erst mal verschiedene Hotels abgeklappert.
Von 120 EUR für das Doppelzimmer in einem 5 Sterne Hotel haben wir uns über ein 3 Sterne Hotel mit All Inclusive für 70 EUR pro Person zu einem echt schönen Hotel Sirena durchgesucht. 38 EUR für das Doppelzimmer mit Frühstück waren echt sehr günstig für diese Hotelkategorie. Dieses Hotel bekommt hier auch das Prädikat „sehr zu empfehlen“

Nach dem wir uns geduscht hatten und den Strand erkundeten haben wir ein wenig ausgespannt, denn bis der Flieger von Dany kam hatten wir noch reichlich Zeit.
Am frühen Abend sind wir dann Tanken gefahren und haben uns in einem wirklich guten Steakhaus was Ordentliches gegönnt.

Wir waren recht zeitig am Flughafen und haben uns wieder unserer Lieblingsbeschäftigung in diesem Urlaub gewidmet … Warten.
Gut weil wir den Flughafen nicht kannten waren wir fast eine Stunde vor der Ankunftszeit da.
Danys Flieger war dann  superpünktlich, und die Theorie mit dem „nur Handgepäck“ ist auch voll aufgegangen und Dany war sehr schnell durch die Kontrollen.
Dann gab es nur noch eines … schnell ins Hotel und ab ins Bett.

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