Mrz 22 2009

Mein Rallyebericht Tuareg 2009 … etwas früher als gewohnt

Autor: Guido 19:26 Kategorie: Tuareg 2009

ich werde allerdings versuchen die drei Tage so ausführlich wie möglich zu schreiben ;-) .

Donnerstag 10.03.09

Wie ihr vielleicht schon aus dem Podcast wisst hat  unsere Anreise nach Mojacar in der Nähe von Lyon ein jähes Ende genommen.

Wir sind am Donnerstag nach letzten Vorbereitungen (ich hatte morgens noch keine Kleider gepackt) so gegen 9 gestartet.
Erstes Zwischenziel waren meine Eltern in Baden-Baden, denn Kaffee kann man ja nicht genug trinken auf so einer Reise. Wir waren uns noch nicht sicher wie weit wir am ersten Tag fahren wollten, aber für mich war eigentlich klar, daß ich auf keinen Fall in Frankreich übernachten wollte, lieber direkt nach der Grenze in Spanien :-)

Das fing es an, daß der Dicke einfach ausging. Ich hatte sowas ja schon mal vor einem Jahr.
Damals zeigte der Fehlerspeicher immer P1188, was soviel wie Treibstoffmangel heißt.
Durch die zeitlich verkürzten Vorbereitungen, hatte ich noch nicht mal die entsprechende Software für meinen CarPC installiert um den Fehler auszulesen. Aber ich hatte die CD dabei und begann munter mit dem Installieren auf irgendeinem Parkplatz in Frankreich.
Dann der erste Schock … der Frägt mich doch nach einer Lizenznummer … Klasse die liegt natürlich noch zu Hause.
Ein schneller Anruf bei einem Forumsfreund in Berlin, der die selbe Software hat … und wenige Minuten später war die Software einsetzbar … Sche… natürlich P1188, als hätte ich es geahnt.

Also gut das kann ja mehrere Ursachen haben … fangen wir mal bei der einfachsten an … Dieselfilter. Der Ausbau klappete dann nach einem Anruf bei Autohaus Putzlacher “wie geht denn der Stecker unten ab?” recht schnell von statten.

k-dscf5590

Ersatzteil war ja in diesem Fall auch kein Problem, denn davon hatte ich ja drei Stück mit. Allerdings war es sehr schwer den alten Filter vom Halter abzubekommen … ohne Schraubstock.

Während wir da so mit offener Motohaube an der Raststätte standen, brausten auf der Autobahn ein paar andere Teilnehmer der Tuareg durch, die uns natürlich sofort erkannten und uns im vorbeifahren zuhupten.

Da Dany ja recht gut französisch spricht, wurde sie mit der Einheit losgeschickt, und bekam von zwei französischen Truckern auch promt geholfen … und ich konnte den neuen Filter anschrauben und das Teil wieder einbauen.
Nachdem ich ewig Diesel mit der Handpumpe gepumpt hatte, sich der Filter aber nicht füllen wollte, hab ich dann doch auch die Entlüftungsschraube gefunden.
Der Motor lief wieder, nur hatten wir jetzt in einem kleinen Eimerchen ca. 1/2 Liter Diesel und einen alten Filter. Wohin damit?
Dann kam ein Autobahngesellschaft-Securite Fahrzeug an und fragte uns ob wir Probleme hätten. Als wir sagten Alles wieder Ok, wollte er Fotos machen. Na klar war ja kein Problem … er sollte nur dafür unseren Diesel und Filter entsorgen … klasse Deal.

Also bin ich dann voller Hoffnung weitergefahren. Im Stau durch Lyon, danach wieder ein bissel flotter … und wieder Motor aus. Das kann es dann wohl nicht gewesen sein. Wir nahmen dann die nächste Ausfahrt und parkten den Dicken beim Ibis – Hotel. Dann wurde der ADAC verständigt. Der Abschlepper kam auch prompt. Da es aber mittlerweile ungefähr 20 Uhr war sollte nichts mehr passieren und wir bekamen zuerst eine Übernachtung vom ADAC genehmigt, und morgen sollte der Dicke dann in die ADAC-Vertragswerkstatt geschleppt werden.
Ich konnte aber nicht so untätig rumsitzen, deshalb hab ich Sveti angerufen, ob sie mir die Handynummer von Armen geben könnte. Dann hab ich Armen (Autohaus Putzlacher) angerufen, und er sagte es gäbe noch die Möglichkkeit, daß das Einbauteil im Tank ein Problem machen könnte. Er hat mir alles genau beschrieben, und es kam wieder ein Funke Hoffnung auf.

Abends vor dem Hotel habe ich dann mit Uwe telefoniert und wir haben über Plan B und Plan C geredet.
Plan B wäre gewesen, daß mir Uwe seinen Jeep Cherokee bringt, und ich mit dem die Rallye fahren kann. Feiner Zug von Uwe, jedoch wenn man ein Auto nicht kennt, kann man damit vielleicht von A nach B auf der Autobahn fahren, vielleicht auch noch in einem abgeschlossenen Offroadgelände … aber in keinem Fall sollte man damit an einer Rallye teilnehmen … das wäre sträflich leichtsinnig.
Plan C, daß Uwe mit seinem Jeep kommt, und einen von uns beiden als Beifahrer einlädt, mußten wir auch verwerfen, da er nächste Woche Termine hatte, die sich nicht so schnell verschieben hätten lassen.

Es sollte also bei Plan A bleiben … den Dicken wieder flott kriegen.

Freitag 20.03.09

Nach einer unruhigen Nacht (irgendwie konnte ich nicht richtig schlafen) kam am nächsten morgen der Abschlepper, und es ging in die Iveco – Werkstatt. Weil der Dicke ja lief, haben wir ihn nicht aufgeladen und ich fuhr hinter her.

Bei einem Anruf in der nahegelegen KIA-Werkstatt stellte sich heraus, daß die heute keine Zeit mehr hatten  nach dem Wagen zu schauen.
Also hab ich gefragt, ob ich hier auf dem Platz den Tankanschluss überprüfen könnte. Die Mechaniker schauten immer mal wieder vorbei, unterstützten uns mit Pressluft und Bremsenreiniger.

k-dscf5600
k-dscf5594
Nachdem ich das Teil pikobello gereinigt und auch wieder eingebaut hatte, gaben wir dem ADAC Bescheid und machten uns auf die Weiterfahrt. Nach einem Tankstop ging es wieder auf die Autobahn und es sah auch eine Weile sehr gut aus. Doch nach rund 40 km wieder das selbe. Zwei dreimal haben wir es dann noch versucht, als wir dann auf eine Raststätte fuhren und wir uns schweren Herzens zu “Game over” durchgerungen hatten.

Mit Uwe hab ich dann am Telefon beraten, was ich tun könnte um die noch anfallenden Kosten so gering wie möglich zu halten.

Der ADAC schied dieses mal aus, denn die hätten den Wagen wohl in eine KIA-Werkstatt geschleppt und die hätten die Raparatur wohl auch in drei Werktagen durchgeführt. Aber was hätte ich davon gehabt. Eine sehr sehr teure Reparatur, wo ich doch zu Hause alle Ersatzteile hätte und einen fahrbereiten Sori am Mittwoch, wo doch die Fähre am Sonntag nach Nador abfährt. Sehr hohe Kosten und doch keinen Spaß.

Auch die Lösung selbst einen Autotransport zu organisieren und dann nach Hause fliegen, wäre in der Summe sehr teuer geworden.

Uwe machte dann den Vorschlag den Autohänger bei CustomCars zu holen und sich im Sorentoforum nach einem geeigneten Zugpferd umzuschauen um so den Dicken und uns gemeinsam nach Hause zu bringen.
Als er dann von mir die Nummer von Karl bekam und dort anrief, staunte er nicht schlecht, daß Karl schon seit den ersten Problemen quasi in den Startlöchern hockte um uns zu bergen.

Schön wenn man solche Freunde hat.

Im Detail sah dann der Plan so aus, daß sich Karl am Freitag abend auf den Weg zu Uwe machte, Uwe in der zwischenzeit den Hänger bei Custom Cars holte … und wir versuchen wollten soweit als möglich zurückzufahren.
Am Samstag morgen sollte dann die “Bergungsaktion” starten.

Wir schafften es an diesem Tag noch zurück bis nach Macon. Dort lagen meine Nerven dann blank, denn immer wenn ich nicht mehr damit gerechnet hatte, ging der Motor wieder mal aus. Das war jedesmal ein Stress, dann wieder auf die Standspur zu kommen, dort wieder zwei Minuten warten, neu starten und dann weiter.

Abends erfuhren wir noch von Uwe, daß just in der Zeit als wir Lyon umfuhren dort auch wieder ein Amoklauf stattfand. Das war deshalb so aktuell, da ja Uwe in Winneden wohnt, welches in den letzten Tagen ja so durch die Presse ging.

Die Nacht verbrachten wir nach einem lecker Abendessen in einem Etap-Hotel.

Samstag 21.03.09

Sehr früh, machte sich dann die “Rettungsmanschaft” auf den Weg, denn in Winneden sollte ja heute auch noch das Megaevent “Public Trauering” stattfinden, bei dem fast jede Straße gesperrt werden sollte.
Wir selbst starteten auch um weiter um in Richtung Heimat auf dem Standstreifen zu stehen.
Wir schafften auf diese Art und Weise noch weitere 240 km. Als jedoch die Vogesen so richtig begannen wurde es nervig, da der Dicke fast bei jedem Berganstieg ausging.

An der Ausfahrt 6 auf der A36 haben wir dann noch ein paar Minuten auf unsere Retter gewartet.

k-dscf5607

Das Eintreffen unseres Rettungsteams als Video:

Den Dicken auf den Hänger und dann zurück Richtung Deutschland.

k-dscf5613
k-dscf5618

Um den Dicken festzumachen mußte Dany unerforschtes Terrain erkunden :-)

k-dscf5644

Erst als die Außentemperatur dann über 10 °C gestiegen war (kurz nach der Grenze) gönnten wir uns eine Pause bei der wir mit allerhand Leckereien von Sabine verwöhnt wurden. (sie hat den Job des Cateringsevices beim GORM 24 Stunden Rennen).

k-dscf5648

Auf der Pausenraststätte wurde das Gespann des öfteren bewundert … man sah ihm ja nicht an, daß er garnicht auf der Rallye war ;-)

k-dscf56511

Später noch einen Kaffee bei meinen Eltern in Baden – Baden und dann Uwe und Sabine abliefern und dann den Dicken zu CustomCars.

Endlich um halb 10 abends waren wir (Karl, Dany und ich) in Dieburg, wo wir uns noch im Restaurant über der Straße mit einem schönen Abendessen verwöhnen ließen. Ein schöner Ausklang eines aufregenden Tages.

Wie geht es jetzt weiter?

Ja es ist schon ein herber Schlag. All die Kosten, all die Vorbereitungen, all die Vorfreude … für nichts.
Jetzt werde ich wohl erst mal den Frust gegen den Dicken etwas abbauen… dann wieder etwas Geld für die Reparatur sparen und dann wohl den Motor aus dem anderen Sorento einbauen lassen. Ich hab glaube jetzt einfach keine Lust mehr auf diesen Motor. Man wird sehen wann der Dicke wieder rollt.

2 Kommentare

2 Kommentare zu “Mein Rallyebericht Tuareg 2009 … etwas früher als gewohnt”

  1. karlipeon 22 Mrz 2009 at 19:56

    Die Bergungsfahrt hätte ich unserem Rallyeteam lieber erspart und sie jetzt noch viel lieber hippelig wartend vor der Fähre gewußt, mit kampfbereitem Dicken und voller Vorfreude, aber der Gott der Zuverlässigkeit hat anders entschieden und den Dicken zur Zicke gemacht, kampfbereit nur im Stop and go, mehr Stop wie go. :eek:
    So durfte ich dann ein kleines Wochenendründchen über 1750KM mit meinem Sorento drehen, selbstverständlich mit vorgebuchten Übernachtungen ;)
    Ca 800 KM fielen unter den Begriff Anhängerprüfung, der kleinere Anteil war dem Fahren mit leerem Anhänger vorbehalten, der größere Anteil wurde mit Hoch-,Schwer- und Breitlast absolviert.
    Auch Bergwertungen mit und ohne LKW-Gegner standen auf dem Prüfungsplan, diese konnte der FL allemal zu seinen Gunsten entscheiden.
    Enge gewundene Bergsträßchen mit Ortsdurchfahrten wurden vom Veranstalter Lutschershoptours selbstverständlich erst zum Schluß in die Wertung eingebaut, um die Aufmerksamkeit des Fahrers auf die Probe zu stellen.
    Zeitweise war das verwendete Gespann das Einzige, das zum zügigen Überholen in der Lage war, bis der Beifahrer versuchte den gefahrenen Km/h-Schnitt rapide nach unten zu drücken, hier ist eigentlich schon seit vielen Kilometern Überholverbot für Gespanne, das waren seine Worte, abgebildet waren auf den Schildchen am Straßenrand immer PKW mit einachsigem Hänger, daß diese auch für Tandemhänger mit aufgesatteltem Rallyefahrzeug gelten, muß einem ja mal gesagt werden ;)

    Ich danke an dieser Stelle Uwe, für die hervoragende Bewirtung mit schwäbischer Brotzeit und die tolle Unterkunft mit Frühstücksservice am ersten Etappenort, sowie der Teilnahme an der Wertungsfahrt mit leerem Hänger als Co-Pilot. ;)

    Ich danke Sabine für das leckere Catering beim Picknick auf dem wärmsten Parkplatz der Tour.:D

    Ich danke Dany und Guido von Lutschershoptours, ohne die beiden wäre dieses Event nicht durchführbar gewesen, zumal Guido es sich nicht nehmen ließ, bei der Wertungsprüfung mit Hoch-, Schwer- und Breitlast persönlich den Beifahrersitz zu übernehmen, nebenbei organisierte er von dort noch schnell einen Zwischenstop bei Muttern mit lecker Kaffee und Apfeltorte.
    :thumb:

    Nachdem alle Etappenziele erreicht wurden, und auch die letzte Zwischenprüfung, rückwärts einparken ums Eck mit Tandemhänger im Dunkeln zwischen stehenden Fahrzeughindernissen, dank Dannys aufmerksamen Einweisungskünsten, erfolgreich absolviert wurde, konnte der letzte Teil in Angriff genommen werden, schnelle Solofahrt von Frankenhardt nach Dieburg, Zielzeit 21.30Uhr, damit der letzte Programmpunkt, gemeinsames Abendessen Rallyeteam Lutschershop und meine Wenigkeit noch vor Küchenschluß im Badhaus erfolgreich durch geführt werden konnte, natürlich haben wir auch das hinbekommen ;) :D ;)

    Fürs nächste Jahr fallen jedoch alle anläßlich der Tuareg-Rallye geplanten Anhängerprüfungen aus.
    Auch der Punkt Soriverfolgungsrennen im aufgesattelten Zustand ohne Steuermann muß ausfallen. :mrgreen:

    Das nächste Jahr wird unter dem Motto stehen: Der Sori lebt, die Wüste bebt, das Rallyeteam Lutschershop mischt die Tuareg auf :D :D :D

    Toi, toi, toi Ihr Zwei, ich drück Euch die Daumen für 2010

  2. [...] Die Tuareg 2009 war für das Lutschershop-RallyeTeam bereits beendet, bevor es richtig losgehen sollte. Nach all dem vielen Streß in der Vorbereitung ging es letzten Donnerstag guten Mutes los. Leider war die Anreise bereits in Frankreich, in der Nähe von Lyon beendet. [...]

Trackback URI | Comments RSS

Kommentar schreiben

Bitte logge dich ein, um einen Kommentar zu schreiben.