Dez 19 2008
Die Wüste erleben …
Donnerstag 18.12 Sandrosen dann doch noch …
Da uns allen der Besuch der Sandrosenfelder wichtiger war wie Starwars (ist eh fast nur Asphalt dahin) starteten wir heute morgen erneut in Richtung der Sandrosenfelder.
Während Uwe superglücklich über seine Lichtmaschine war, die ihren Dienst jetzt zuverlässig wie eine Pfaff-Nähmaschine lief.
Dann kamen bei halber Strecke bei mir die Probleme. Bei jedem scharfen Bremsen war die Bremskontrollleuchte an. Da hatten die Beläge aber nicht mehr lange gehalten. Ich hatte eigentlich gedacht die 4-5 tkm schaffen sie noch locker.
Was mich aber am meisten störte: keine 100 km nach dem das erste mal das Licht anging war der deutliche Klang von Eisen auf Eisen beim Bremsen zu hören. Der Sand setzt den Bremsen wohl schon sehr stark zu… aber zurück zu den Sandrosen…
Die ersten 40 km bis nach El Faouar sind geteerte Straße. Dnach steigt man bei der Polizeistation auf eine noch recht feste Piste um. Diese geht zum Teil durch kleinere Chott’s durch und wird stellenweise sandiger. Ein paar kleine „Dünchen“ – Felder sind auch zu durchqueren.
Ganz wichtig: Da sollte man vorher den Tempomaten (den ich ja auf der Piste immer gerne benutze
) abschalten. Das gab schon ein paar Einschläge.
Als wir am GPS-Punkt ankamen, trauten wir unseren Augen nicht. Auf jedem Sandhügelchen lagen sie zu tausenden umher.

Meist kleine Sandrosen. Die Größeren sind schwerer zu finden, denn die liegen ja in den Souvenier-Shops in Douz usw.
Wir haben uns daran gemacht ein paar schöne Exemplare als Andenken zu sammeln.
Es hat schon einen viel persönlicheren Stellenwert, wenn man die Sandrose selbst gefunden hat. Es spielt dabei die Größe nicht die entscheidende Rolle.
Auch wenn sie kleiner sind werden diese Sandrosen dennoch die größere aber gekaufte Sandrose aus Marokko von ihrem Platz vertreiben.
Die Ruhe in der Wüste war an diesem Platz besonders deutlich zu spüren. Kein Ton, kein Grundrauschen, einfach nur Stille und sonst gar nichts.
Wie das wohl in der Vorweihnachtszeit in Deutschland jetzt so ist … ob man da auch so einen stillen Platz finden kann.
Nachdem wir diese Stille sehr ausgiebig genossen hatten, wurde es plötzlich laut. Ein deutlich zu hörendes „Grollen“… recht schnell merkten wir aber, dass das unsere Mägen waren, die nach einem lecker Vesper schrien
.
Da wir ja schon mit etwas Stil speisen wollten, packte Uwe seinen Campingtisch und den Stuhl aus. Es gab allerhand Leckerreien (Wurstdosen) aus Deutschland, kombiniert mit tunesischem Brot und Mandarinen (Wer die hier einmal gegessen hat will garantiert das wässrige Zeug in Deutschland nicht mehr).
Im angrenzenden Dünenfeld war dann noch vor der Rückfahrt ein wenig Spielen angesagt. Bei dieser Gelegenheit hat sich Uwe ein klein bisschen festgefahren, so dass es einen Ruck vom Sori brauchte, und schon ging es weiter.

Nach der noch recht zeitigen Rückkehr setzen wir uns noch in Douz in ein Cafe neben unserer Schrauberwerkstatt. Der Verkehr hier ist schon gewöhnungsbedürftig und man sollte beim überqueren der Straße schon etwas vorsichtig sein.

Ganz nebenbei haben wir noch den Grund entdeckt weshalb es hier in Afrika nicht auf die eine oder andere Stunde ankommt.

Weil mir die Winterumhängekutten der Tunesier so gut gefielen hab ich mir eine gekauft. Endlich mal was man in Deutschland auch verwenden kann
Freitag 19.12. Von Douz nach Ksar Ghilane und dann nach Matmata
Für die Strecke von Douz nach Ksar Ghilane gibt es zwei Varianten.
Besser gesagt sogar drei, wobei die dritte nur für auf Djerba überwinternde SLK-Fahrer richtg ist, weil komplett Asphalt. ![]()
Bei den zwei Eigentlichen ist die Eine recht einfach. Mit überwiegendem Pistenanteil und nur wenig Dünen und Sand, und die Andere, bei der man 40 km abkürzen kann, dafür aber durch ein 20 km langes größeres Dünenfeld muß.
Wir haben uns für die etwas softere Tour mit ca. 80 km Piste entschieden.
Piste war natürlich wieder meine Welt … und oft konnte ich wieder den Tempomaten einsetzten, was natürlich ab und zu recht kritisch endete, weil ich ja auch meine Bremsen schonen wollte. ![]()
Sowas aber, ich hatte gar keine Geschwindigkeitsbegrenzung gesehen !!!

Unterwegs gibt es 4 oder 5 cafe’s auf der strecke. An zweien haben wir angehalten, und den Umsatz an diesem tag etwas angekurbelt.

Es hat schon was mitten in dieser Wüste in einem Cafe zu sitzen, und dann einen Anruf aus Deutschland zu bekommen
Wir waren ziemlich die Einzigen die unterwegs waren.
Auf der ganzen 120 km langen Strecke begegneten uns grad mal drei Autos !!!
Diese Zeit ist eine geniale Reisezeit für Tunesien. Die Wüste wird laut den Einwohnern ab Montag wieder voll sein, wenn dann sehr viele Ihren Urlaub über Weihnachten und Neujahr in der Wüste verbringen.
Bei einem kurzen Pinkelstop, hat mich dann Uwe noch in Versuchung geführt …
Schaffste diese Düne ? Klar dass ich es probieren musste, obwohl sie schon sehr steil war und auch relativ hoch… na ja es hat genau gepasst, durch meinen vorderen Böschungswinkel konnte ich nur bedingt Anlauf nehmen. Ich kam also nicht drüber. Aber zu allem Ärger hat sich meine Anhängerkupplung genau in den Boden verankert, und da der wie man recht gut sieht sehr stabil ist, aber alle meine Räder im losen Sand nicht wirklich viel Traktion hatten, musste mich Uwe doch tatsächlich ein wenig anziehen… Ausgleich, jetzt steht es 1:1

In einem etwas größeren Dünenfeld, wollte Stefan dann mal für ein paar Fotos aussteigen. Dany hat das dann auch gemacht.
Aus dem anfänglichen „ kurz um die beiden herumfahren“ wurde ein immer ausgelasseneres Spielen. Die Krönung des Spielens wurde von Stefan und auch Dany auf beeindruckende weise eingefangen.


Der aufgezeichnete Tracklog der Spielerei sah so aus:

Die letzten paar Kilometer durch die niedrigen Dünen haben wir dann auch noch recht schnell geschafft und kurz vor den Toren von Ksar Ghilane war dann wieder eine Vesperpause angesagt.
Um 15 Uhr erreichten wir die Oase und haben am berühmten warmen Schwimmteich noch eine kurze Teepause eingelegt.
Von Ksar Ghilane ging es dann über die geteerte Pipeline Piste direkt nach Matmata.
Da es schon anfing dunkel zu werden, und wir das Höhlenhotel nicht auf Anhieb gefunden haben sind wir wie in Douz dann eben auch im „Top End“ – „Hotel Matmata“ abgestiegen. Für 38 DIN pro Person gab es dort Halbpension.
Da wir auch hier die einzigen Gäste waren, durften wir im Innenhof des Hotels parken. Für den Jeep war das Tor ja kein Problem, aber beim Sori wurde es schon sehr eng. Das Bild stammt vom Ausparken am nächsten Morgen.

Für ihre einzigen Gäste, haben sie das Restaurant extra geöffnet und uns ein lecker Mahl zubereitet. Wenigstens hier bekam Dany ihr geliebtes KusKus (wird das so geschrieben?), und musste nicht ohne das einmal gegessen zu haben Afrika verlassen.
Allerdings war es im ganzen Hotel sehr sehr kalt, so dass wir uns freuten, als wir endlich in unsere warmen Schlafsäcke kamen. Ach ja warm Wasser war auch nicht, so dass wir entschieden dass es auch mal eine Nacht ohne duschen gehen muss.
Mit dem Frühstück für 7 Uhr taten sie sich allerdings etwas schwer, und gaben uns bei mehrfachen nachfragen die Change die Zeit vielleicht doch nach hinten zu korrigieren.
Da ich aber am nächsten Tag aber eine sehr lange Strecke vor mir hatte, weil ich ja Dany nach Djerba zum Flughafen bringen musste, blieb es bei 7 Uhr.
Weil ich mir mit den maroden Bremsen in Europa (Alpen und so) ein wenig Sorgen machte, schrieb ich hurtig an Karl vom Sorento-Forum eine SMS, mir doch bitte die Kia-Werkstätten in Genua rauszusuchen damit ich mir nach der Ankunft in Genua Beläge kaufen kann und sie vielleicht auf irgendeinem Parkplatz wechseln kann… die antwort kam prompt … jetzt muß nur noch die Fähre am Montag wie geplant um 15 Uhr ankommen !!












































