Jan 17 2008

Befreundete Teams

Hier werden die befreundeten Team’s, die auch an der Tuareg 2008 teilnehmen, vorgestellt:

Rallye Team Rappelkiste

Hier schreib ich nix dazu … die haben Ihren eigenen Blog … wenngleich auch meist nicht so aktuell wie meiner 🙂

Die Rallyeladies (Tina und Uli)

Die brauch ich nicht groß vorstellen, weil die ihre eigene Seite haben … Hier Klicken und ihr kommt hin.
Und nicht wundern, das sind natürlich die gleichen, die in meinem Bericht von 2007 die Werkstattmädels waren.
Die Werkstattmädels war aber nur der Spitzname 🙂 offiziell sind es die Rallyeladies.

The Fridge – oder der Kühlschrank

Stefan (der Mann von Uli von den Rallyeladies) wird auch wieder dabei sein.
Er startet mit „The Fridge – Der Kühlschrank“

fridge.jpg

Hier ein Bild von Stefan, mit seiner Frau Uli.

forrest2200603.jpg

Ein alter Range Rover, der in seinem Leben schon oft gezeigt hat was in ihm steckt.
Hier ein paar besonders schöne Aufnahmen.

aug03d.jpg

forrest3200603.jpg

Bei der Tuareg 2007 konnte der Range beweisen, daß er auch auf der Bremsscheibe fährt.
Stefan ist dem davonhoppelnden Reifen eine Ewigweit hinterhergeatzt.

wheeloff1.jpg

Stefan und Silvia (eine gute Bekannte von mir die bei Landrover arbeitet) mögen mir das folgende Bild verzeihen 🙂

The Fridge nach Getriebeschaden am Kia-Haken 😉
Ok ich geb es ja zu … zu dem Zeitpunkt hatte ich ja schon jede Menge Zeit, weil mir niemand mehr meinen vorletzten Platz nehmen konnte.

amhaken.JPG

Für 2008 hat Stefan dem Kühlschrank ein neues Getriebe und einen anderen Motor (der Sound ist noch besser als der von der Rappelkiste) spendiert.

So jetzt kommt die Geschichte von Stefan / Kühlschrank oder wie er zum Rallyesport kam:

Stefans Rallyekarriere begann 2002 in Jordanien, wo er damals wegen Ulis Tätigkeit beim Auswärtigen Amt lebte. Sein englischer Hausmann-Kollege und ehemaliger Landrover-Ingenieur Mark hatte den dortigen 4×4-Club unter dem Dach des Königlichen Automobilclubs (RACJ) gegründet.
Neben monatlichen Touren zu den unzugänglicheren jordanischen Naturschönheiten wie z.B. den Wadis Rum, Mujib, Dana oder Araba sowie anderen fahrerischen Herausforderungen, die mit dem extrem gemischten Fuhrpark der Clubmitglieder bestritten wurden, der vom Daihatsu Terios über einen Mitsubishi L300 4×4 Bus, dem in Jordanien in Kleinserie produzierten Badia II, die üblichen japanischen, englischen und amerikanischen Verdächtigen Mitsu, Toyo, Nissan, Landys, Jeeps aller Kategorien bis zu Dodge Ram Pickups reichten, wurden sie auch als Streckenposten bei der jordanischen Rallyemeisterschaft quasi zwangsrekrutiert.
Dabei hatten sie beobachten können, daß es mit den Fahrkünsten der lokalen Champs nicht allzu weit her war.
Als dann im Jahr 2002 auch Geländewagen für die Nationale Rallyemeisterschaft zugelassen wurden, schlug ihre Stunde.

O-Ton Stefan: „Irgendwann sprach mich Mark darauf an, daß er mit dem Gedanken spiele, eine alte Kutsche renntauglich zu machen, um damit an den nationalen Rallyes teilzunehmen. Er hatte gute Kontakte zum hiesigen Automobilclub und war daher zu den nationalen Rallyes als Orgamitglied quasi zwangsrekrutiert worden.
Wir kannten uns durch den Offroad-Club und waren ziemlich auf einer Wellenlänge was Offroad-Erfahrung und Fahrtechniken anging (= lästern über jordanische Fahrweise).
Als unser Offroad-Kumpel Jim Morrison (der Name stimmt wirklich, Ire, 65, weißer Rauschebart, hier für die UN, typische Fahrweise: in einer Hand das Lenkrad, in der anderen die Bierdose), in Ruhestand ging, fragte Mark ein paar Leute, darunter mich, ob wir bereit wären, etwas Geld (1000 Dinar pro Nase)
(Anmerkung: 1000 Dinar waren ca. 1600 EUR) in Jims 17 Jahre alten Range Rover zu investieren, um ein Rallyeteam zu gründen. Er hatte alles durchkalkuliert und war zu dem Ergebnis gekommen, daß wir mit 4000 Dinar (630 davon für den Range) die notwendigen Sicherheitsmodifikationen (Überrollkäfig, Schalensitze, 4-Punkt-Gurte etc.) und Wartungsarbeiten für 2 Jahre würden finanzieren können.
So kamen er, ich, ein Mitarbeiter der britischen Botschaft, und ein englischer Gärtner vom Königspalast, der allerdings kurz darauf in Ungnade fiel und wieder absprang, überein, jeder das Geld zu investieren und dann abwechselnd zu fahren.“

Aus dieser Zeit stammen auch die meisten und gröbsten Umbauten am Fahrzeug, einem Range Rover Bj. 1985, original V8, 3532 ccm Saugmotor, 135 PS, permanenter Allrad, 5-Gang Handschaltung, damals ca. 235.000 km:

• Ausbau sämtlicher unnötiger Innenausstattung, inkl. Heizung
• Käfig Eigenbau (Nachbau nach englischen Originalplänen mit FIA-zertifizierten Materialien).
• Verstärkte Bremsanlage mit 4 innenbelüfteten Scheiben und Stahlflex-Schläuchen
• Doppeldämfer vorne mit neuer Dämpferaufnahme von Rimmer Bros.
• FIA-Rennsitze OMP
• FIA-4-Punkt-Gurte OMP
• Motor-Nottrennschalter außen
• OMP-Intercom
• Einbau von 3 Erstzradhalterungen

Motortuning:
• 4-fach-Vergaser mit 2 Sportluftfiltern für je 2 Vergaser
• Einbau einer Kurbelwelle aus dem 3,9l Motor
• geänderte Auspuffkrümmer
• Ausbau von Kat (in Jordanien gab es nur verbleites Benzin) und Schalldämpfer

Mark schätzte, daß dadurch die Motorleistung auf ca. 170 PS gesteigert wurde.

Später kam noch ein Terratrip 202 plus Tripmaster hinzu.

Die Idee war, die Nachteile des Range (Untermotorisierung, Alter, „normales“ Fahrwerk) durch die Vorteile Bodenfreiheit, permanenten Allrad und „normales“ Fahrwerk wettzumachen, sprich full speed über Wadis und Gräben zu bügeln, wo die normalen Rallyeautos schon auf Grund ihrer Bodenfreiheit langsam machen mußten, bzw. die wildesten Kurven der Piste auch einfach mal querfeldein zu begradigen, und sie funktionierte:

Stefan und Mark kamen bei jeder Rallye ins Ziel (normale Ausfallquote ca. 50 % + x), waren dabei niemals Letzter und lachten sich regelmäßig scheckig über gewisse Favoriten, die pro Rennen um die 15.000 € ins Setup ihrer WRC-Fahrzeuge investierten, sich Rennmechanikerteams aus Europa einfliegen ließen und dann nach 2 WPs mit Kupplungsschaden oder ähnlichen Kinkerlitzchen ausschieden.

Marks größter Erfolg (die beiden wechselten sich als Fahrer und Beifahrer ab) war dabei ein 2. Platz in einem absolut haarsträuben Rennen, trotz haufenweiser Strafzeiten wegen Ankunft im Servicepark im Schrittempo auf 3 Reifen, losgerissener Motorhaube und diverser anderer Schwierigkeiten, der durch haufenweise Strafzeiten der anderen Teilnehmer in erster Linie wegen Navigationsproblemen möglich wurde.

Anfangs belächelt, führte das dazu, daß die beiden in der nationalen Meistrschaft trotz der erreichten Punkte nicht mehr gewertet wurden, mit der offiziellen Begründung, sie seien ja schließlich Ausländer.

Zwei weitere wichtige Dinge ereigneten sich noch in Jordanien, Stefans Frau Uli startete ihre Beifahrerinnenkarriere dort an der Seite der (im Nahen Osten sehr bekannten) Abeer Batikhi, die sich durch ihren männlichen Beifahrer um die Damenwertung betrogen sah, und die die beiden schließlich zu internationalen Veranstaltungen im Rahmen der Middle East-Championship auch nach Dubai und in den Libanon führten.

Und der Kampfname Kühlschrank wurde geprägt, als ein Kumpel von Stefan konstatierte, der Range sehe als einziger Geländewagen zwischen all den stromlinienförmigen WRC- und Gruppe-N-Fahrzeugen wie ein Kühlschrank aus.

Als Stefan und Uli 2003 nach Berlin und Mark mit Familie bald darauf nach Estland zogen, wobei letzterer den Kühlschrank mitnahm, lagen die Karrieren aller Beteiligten erst mal auf Eis.

Als Tina für die Tuarag 2006 eine Beifahrerin suchte, meldete sich Uli und die beiden hatten sich dann auch im wahrsten Sinne des Wortes gesucht und gefunden.

Ihre Berichte von der tollen Veranstaltung ließen dann in Verbindung mit den Symptomen der deutschen StVO auch Stefans Gasfuß wieder jucken, aber an dieser Stelle lasse ich ihn am besten nochmal selbst zu Wort kommen:

Tuareg 2007

„Wie Ihr alle wißt, war ich vom 17. bis 25. März auf der Tuareg Rallye, hier mein Bericht:
Vorgeschichte:
Nachdem Uli letztes Jahr als Beifahrerin von Tina Stricker dabei war und mir von der tollen Rallye und den netten Leuten vorgeschwärmt hat, ich einen Teil dieser netten Leute auf dem Nachtreffen kennenlernen durfte und sich unsere finanzielle Lage durch den Umzug nach Prag sehr verbessert hatte, beschloß ich, nach der Sponsoringzusage von Uli, es dieses Jahr selbst mal mit unserem alten „Kühlschrank“, einem 1985er Range Rover zu probieren.
Der Kühlschrank, oder im folgenden der Einfachheit halber auch nur Range genannt, hatte die letzten 3 Jahre bei meinem ehemaligen Rallyekumpel Mark ziemlich ungenutzt in der Garage in Tallinn gestanden, daher bot ich ihm an, meinen 50%-Anteil rauszukaufen, für den Fall, daß ich das Auto in Tschechien straßenzugelassen bekomme. Ihm war das in Estland nicht gelungen, der dortige TÜV hatte wegen der zahlreichen Umbauten auf einer FIA-Zulassung bestanden.

Unerwartet schwierig hingegen gestaltete sich die Suche nach einem Beifahrer schon für die Überführungsfahrt, ich traute dem Auto damals nicht allzu viel zu und hätte gerne jemanden dabeigehabt, der sich technisch ein bißchen auskennt, oder zumindest mal an Tankstellen oder bei Pinkelpausen auf einsamen Landstraßen im Auto bleibt, aber nix wars, nicht mal die Aussicht auf die Rallyeteilnahme konnte die potentiellen Kandidaten locken.
Ich also Ende November allein nach Tallinn geflogen und das Auto in 3 Tagen nach Prag gefahren, alles ohne Probleme, nur der Motor hat sich gelegentlich verschluckt, weil der Vierfachvergaser falsche Luft zog, die estnischen Mechaniker waren damit überfordert gewesen.

Wieder in Prag, nahm ich die Zulassung in Angriff und die Tschechen stellten sich glücklicherweise nicht so an wie die Esten, so daß der Straßenzulassung und mithin Tuareg-Teilnahme nichts mehr im Wege stand.

Parallel dazu riß ich mir im Internet in der Nähe von Prag einen Händler für Roverteile auf, der mir auch 1a-Werkstätten für die Arbeiten am Motor und dem Fahrwerk vermittelte. Nachdem er einen Blick ins Auto geworfen hatte, fragte er mich, ob ich damit an Rennen teilnehmen wollte und ich erzählte ihm von der Tuareg.
Der Rest der Geschichte ist bekannt, Jan checkte die Website, meldete sich an, fuhr uns alle in Grund und Boden und wurde 2. (aber Sieger der Herzen) der Amateurwertung bei den Autos, Uli ist heute noch stinkig mit mir, weil ich ihm nicht die Profiklasse ans Herz gelegt habe 😉

Nach eingehenden Beratungen mit Jan und dem Roverspezialisten Dirk von der Tuareg-Orga führten wir noch folgende Umbauten durch:
Doppeldämfer hinten (Originalteile)
Unterfahrschutz vorne
Neuer Kühler (original)
OME Lenkungsdämpfer
GPS Garmin12XL

Tinas Mann Thomas baute dann später noch das Sparco-Offroad Sportlenkrad und die Antennenhalterung für die GPS-Antenne (Magnetfuß hilft in Kombintion mit Aludach nicht wirklich weiter), Tina die Sandblechhalterung an der Heckklappe ein.

Sämtliche beteiligten Schrauber waren angesichts des hohen Alters und der 240000 km auf dem Tacho angenehm überrascht über den verhältnismäßig sehr guten Zustand des Fahrzeugs.

Zwischendurch kaufte ich auch noch die notwendige Ausrüstung (Sandbleche, Airjack, Highlift, Kompressor, Schaufeln, Reifen etc.) in allen Teilen aller möglichen Republiken zusammen.

Nur das Beifahrerproblem bekam ich absolut nicht in den Griff: Da meine sämtlichen Wunschkandaten (und –innen) aus diversen Gründen nicht verfügbar waren, fragte ich dann aus schierer Verzweiflung und eigentlich mehr spaßeshalber u.a. noch

• meine Berufsschulfreundin Erika, die für solche Sachen eher überhaupt nicht zu haben ist und heute noch behauptet, ich hätte mich bei ihrem Besuch damals in Jordanien absichtlich festgefahren, um ihr ein bißchen Show zu bieten
• und Susanna, eine Freundin, die wir seinerzeit in Jordanien kennengelernt hatten, als sie uns unseren Golf abkaufte und die jetzt wieder in den USA lebte

Erika reagierte wie erwartet, aber zu meiner großen Überraschung mailte Susanna, sie finde, einmal im Leben sollte man so ein Abenteuer schon mitgemacht haben.
Mal im Ernst Leute, welcher vernünftig denkende Mensch kann davon ausgehen, daß jemand von Amerika nach Europa fliegt, um von da nach Afrika weiterzureisen um dort durch Wüste und Gebirge zu holpern und Sand zu fressen?
Ich war jedenfalls heilfroh, daß Susanna verrückt genug für sowas ist.“

Soweit Stefan zur Vorgeschichte der Tuareg 2007, der Rest ist bekannt: 20 km vor dem Ziel machte das Getriebe vom Kühlschrank schlapp, ich nahm ihn an den Haken…

Seitdem hat der Range bis Anfang diesen Jahres in diversen Werkstätten zugebracht, denn es stellte sich heraus, daß nach der Tuareg Luftfilter, Vergaser und Motor gesandstrahlt waren (Luftfilter und Vergaser hin, Motor hatte keine Kompression mehr), Austauschmotor erforderlich.

Und der röhrt wie gesagt auch schon wieder, die Daten aktuell: 3,9l V8 (3946 ccm) Einspritzer, dadurch bedingt geänderte Benzinleitungen und -pumpe, 182 PS, ansonsten unverändert.
Nach den Erfahrungen im letzten Jahr kommt da in naher Zukunft noch eine Luftfilterbox aus einem Defender rein, der jetzige Filter war einfach nur der einzige auf die Schnelle greifbare, um den Kühlschrank wieder zum Leben zu erwecken.
Noch ein paar Bilder von den Umbauten:

Das Cockpit des Range und der viele Platz dahinter.
k-p1000659.JPG
k-p1000660.JPG

Ein Blick auf den neuen Motor.
k-p1000661.JPG

Die Dämpferaufnahme und die Regelung der Heizungsanlage ( (-: )
k-p1000663.JPG

Und last but noch least, soll das nächste Bild nochmal zeigen, wieviel Zylinder Stefan’s Fridge hat.
(naja da kann ich abstinken … aber die Rappelkiste mit ihren 6 Zylindern steht auch nicht grad gut da 😉
k-p1000664.JPG

Fruit aus England

Der kann zwar 2008 leider nicht teilnehmen … er hat leider kein Auto mehr.
Das ist sehr schade, denn es war immer ein Riesenspaß, wenn er mitten in der Wüste seine E-Gitarre ausgepackt hat und für uns eine kleine Musikeinlage gab.

Einen Gruß nach England von mir … besorg dir schnell noch einen Wagen … noch hast du ein wenig Zeit.

fruit.JPG

Der Name seines Rallyeteams ist:
upandunder.jpg

Bei der Tuareg 2007 hat er dann diesen Namen zum Programm gemacht:
„nomen est omen“
fruitunder.jpg

Natürlich lag Fruit nicht nur auf dem Dach, hier noch zwei Fotos in Aktion:

fruit1.jpg
fruit2.jpg

Hier geht es zu seiner Seite.

Kommentare deaktiviert für Befreundete Teams